Dienstag, 17. Oktober 2017

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Wegen Monsanto-Deal Bayer muss sich von Saatgut-Marke trennen 

Landwirtschaft: Bayer muss seinen Unkrautkiller Liberty abgeben

Der Pharmakonzern Bayer muss im Zuge der geplanten Monsanto-Übernahme ein Teil seines eigenen Geschäfts abgeben. Denn die südafrikanische Wettbewerbsbehörde hat den Kauf des US-Saatgutkonzerns durch den deutschen Rivalen nur unter Auflagen genehmigt. "Bayer hat diesen Auflagen zugestimmt und prüft, wie die geforderten Veräußerungen bestmöglich umgesetzt werden können", erklärte ein Konzernsprecher am Sonntag auf Anfrage.

Die Competition Commission South Africa fordert von Bayer, sich weltweit von der Saatgut-Marke LibertyLink und dem dazugehörigen Unkrautvernichter Liberty zu trennen. Die Behörde begründete dies am Sonntag in Pretoria mit der Sorge, dass durch den Zusammenschluss der beiden Konzerne der Wettbewerb im Saatgut-Geschäft leiden könnte. Eine Umsatzgröße für das Liberty-Geschäft nannte der Bayer-Sprecher nicht.

Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer Börsen-Chart zeigen arbeitet seit Monaten daran, die erforderlichen Genehmigungen für die Übernahme von Monsanto zu bekommen. Insgesamt müssen etwa 30 Behörden zustimmen.

Auf der Hauptversammlung Ende April hatte Konzernchef Werner Baumann gesagt, es lägen bereits sechs Freigaben vor. Es gebe insgesamt nur wenige Überlappungen. "Bayer wird weiterhin mit den Wettbewerbsbehörden weltweit zusammenarbeiten, um die Genehmigung für die geplante Transaktion bis Ende 2017 zu erhalten", erklärte der Konzernsprecher.

Wenn die 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme klappt, steigt Bayer auf einen Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf. Es ist zudem der größte Zukauf eines deutschen Konzerns im Ausland.

Nicht nur bei manchen Großaktionären von Bayer stößt die Übernahme angesichts der Risiken aber auf Kritik, etwa wegen der hohen Verschuldung und möglicher Reputationsschäden. Auch Umweltschützer, Nicht-Regierungsorganisationen, kirchliche Gruppen und Parteien haben sich dagegen ausgesprochen. Sie befürchten durch den Zusammenschluss unter anderem eine zunehmende Abhängigkeit der Landwirte von Großkonzernen, höhere Preise und eine geringere Artenvielfalt.

la/dpa/reuters

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