Samstag, 10. Dezember 2016

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US-Wahlkampf Trump oder Clinton? Auf wen die Wall Street hofft

Kontrahenten um die US-Präsidentschaft: Aus Sicht der Börse erhielte Hillary Clinton den Vorzug vor Donald Trump

Der Kampf ums Weiße Haus läuft wohl auf ein Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump hinaus. Viele Investoren haben ihre Wahl schon getroffen - mit guten Gründen.

Die amerikanischen Autohersteller General Motors und Chrysler geben eigentlich wunderbare Ziele für Attacken von Politikern her, die im Wahlkampf um die Gunst des Volkes ringen. Beide Konzerne wurden während der Wirtschaftskrise mit vielen Milliarden Dollar aus der amerikanischen Staatskasse vor dem Untergang bewahrt. Doch heute zeigt keiner von beiden besonders viel Dankbarkeit für diese Rettung.

Eher im Gegenteil: General Motors (GM) heimste in den vergangenen Jahren trotz hoher Gewinne milliardenschwere Steuervorteile ein. Und anstatt daheim in den USA für Arbeitsplätze zu sorgen, fährt der Konzern lieber die Produktion in China und Mexiko hoch.

Auch Chrysler macht es nicht besser. Der Autobauer, inzwischen unter dem Dach von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), hat den USA gleich ganz den Rücken gekehrt. Der rechtliche Sitz des Unternehmens befindet sich in Amsterdam, die operative Zentrale in London.

Ein gefundenes Fressen also eigentlich für Wahlkämpfer wie die demokratische Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton oder den Republikaner Donald Trump. Beide sind klare Favoriten in den Vorwahlkämpfen ihrer Parteien. Sehr wahrscheinlich werden Clinton und Trump im Herbst dieses Jahres um den Einzug ins Weiße Haus kämpfen.

Nähe zwischen Politik und Wirtschaft

Im Ringen um die Massen hat es bislang noch kaum einem Kandidaten geschadet, die "böse Industrie" zu attackieren. Doch beim Thema General Motors sowie Chrysler schweigen sowohl Clinton als auch Trump auffallend, wie kürzlich auch ein Kommentator der Nachrichtenagentur Bloomberg bemerkte.

Woran mag das liegen? Der Bloomberg-Beobachter mutmaßt, Clinton habe möglicherweise Hemmungen, diese wichtige wirtschaftspolitische Episode aus der Amtszeit ihres Parteifreundes Barack Obama ins Visier zu nehmen. Zudem gehöre GM zu den großen Spendern der ehemaligen US-Außenministerin. Trump wiederum verbinde bereits eine langjährige Beziehung mit GM und deren Edelmarke Cadillac, bei deren Modell-Premieren er häufig zugegen gewesen sei. Einmal habe der Immobilienmilliardär sogar einen Deal mit GM gehabt, über die Produktion von Autos mit dem Label "Trump".

Das Beispiel der Autokonzerne zeigt, wie schwierig das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik mitunter sein kann, nicht nur in den USA. Auch Investoren, die sich fragen, welchen der Kandidaten sie in den kommenden Jahren lieber im Oval Office sähen, sollten das im Blick behalten.

Denn mit der Frage sollte sich auch die Börse allmählich beschäftigen: Clinton oder Trump - wer wäre der bessere Präsident aus Sicht der Anleger?

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