Samstag, 23. Juni 2018

Wirtschaftspromis für Entschleunigung Buffett und Dimon beklagen die Hektik an der Börse

Starinvestor Warren Buffett

Die Bedenken sind nicht neu, aber die Prominenz der Bedenkenträger lässt in diesem Fall aufhorchen: Der US-amerikanische Starinvestor Warren Buffett sowie Jamie Dimon, Chef der US-Großbank JP Morgan Chase, melden sich gemeinsam zu Wort, um vor den negativen Folgen einer allzu stark ausgeprägten Kurzatmigkeit der Finanzmärkte zu warnen.


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Der Fokus der Finanzmärkte auf kurzfristige Unternehmensziele schade der Wirtschaft, schreiben die beiden angesehenen Köpfe der US-Wirtschaft in einem Beitrag für das "Wall Street Journal". Es entstehe hoher Druck auf die Unternehmen, dem einige bereits zum Opfer gefallen seien. Wie Buffett und Dimon schreiben, ist ein Rückgang der Anzahl börsennotierter Firmen in den USA auf diesen Umstand zurückzuführen.

Die kurzfristig orientierten Kapitalmärkte halten Konzerne mit längerem Horizont von einem Gang an die Börse ab, so der Text. Dadurch gingen der gesamten Wirtschaft Innovationen und Chancen verloren.

Ein weiterer Aspekt: Nach Ansicht von Buffett und Dimon geben Unternehmen unter dem Zeitdruck der Finanzmärkte weniger Geld für Technologie, Personalaufbau sowie Forschung und Entwicklung aus.

Wohl gemerkt: Buffett und Dimon sind eigenen Angaben zufolge keine Gegner der aktuellen Praxis von quartalsweiser Berichterstattung von Seiten der Unternehmen. Dadurch werde Transparenz geschaffen, heißt es.

Der enorme Fokus auf die kurzlebigen Ausblicke ist es jedoch, der den beiden übel aufstößt. Sie plädieren dafür, auf solche Ausblicke künftig zu verzichten - was sie für ihre Unternehmen, nämlich die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway und die Bank JP Morgan, auch bereits tun.

cr

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