Sonntag, 26. Juni 2016

Abstimmungen in drei Ländern Die Ergebnisse der Landtagswahlen im Überblick

Wahlen in drei Ländern: Das sind die Gewinner und Verlierer
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In Baden-Württemberg gelingt den Grünen ein historischer Triumph. In Rheinland-Pfalz behauptet sich SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer. In Sachsen-Anhalt wird die AfD zweitstärkste Partei. Der Überblick.

"Die Baden-Württemberger haben noch einmal Geschichte geschrieben", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl. 2011 machten ihn die Wähler zum ersten grünen Regierungschef in einem deutschen Bundesland. Nun haben sie die Grünen erstmals zur stärksten Partei auf Landesebene gewählt.

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis holte die Partei in Baden-Württemberg 30,3 Prozent. Gegenüber der Wahl 2011 legten die Grünen rund 6,1 Prozentpunkte zu. Die CDU stürzte in ihrer einstigen Hochburg deutlich ab - auf 27 Prozent. Die Union verlor gegenüber der Wahl vor fünf Jahren zwölf Prozentpunkte.

Auch die SPD erlebte ein Debakel und fiel auf 12,7 Prozent - gegenüber 2011 hat sich ihr Stimmenanteil damit fast halbiert. Die AfD liegt damit sogar knapp vor der SPD und kommt im ersten Anlauf auf 15,1 Prozent. Die FDP zieht mit 8,3 Prozent souverän in den Stuttgarter Landtag ein. Dagegen verpasst die Linke mit 2,9 Prozent den Einzug ins Parlament deutlich.

Videoanalyse zur Wahl in Baden-Württemberg:

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Bild: SPIEGEL ONLINE
Kretschmann sagte, er sehe in dem Ergebnis den klaren Auftrag der Wähler, weiter Ministerpräsident zu bleiben. Der Grünen-Chef muss sich aber einen neuen Koalitionspartner suchen, da sein bisheriges grün-rotes Regierungsbündnis wegen der Schwäche der SPD keine Mehrheit mehr im Landtag hat. Rechnerisch möglich wären etwa ein Dreierbündnis aus Grünen, SPD und FDP oder eine grün-schwarze Koalition mit der CDU.

Die Wahlbeteiligung lag bei 70,4 Prozent - 4,2 Prozentpunkte höher als 2011.

In Rheinland-Pfalz verteidigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Position der SPD als stärkste Partei. Die Sozialdemokraten kamen laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 36,2 Prozent. Damit legte die SPD gegenüber 2011 knapp zwei Prozentpunkte zu.

Die CDU mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner blieb mit 31,8 Prozent mehr als zwei Punkte unter ihrem alten Ergebnis. Die Grünen stürzten auf 5,3 Prozent ab. Die FDP kehrt nach fünf Jahren Abwesenheit im Landtag mit 6,2 Prozent wieder ins Mainzer Parlament zurück. Die neu angetretene AfD bekam auf Anhieb 12,6 Prozent. Auch in Rheinland-Pfalz verfehlt die Linke mit 2,8 Prozent den Einzug in den Landtag.

Für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition in Mainz reicht es wegen der Verluste für die Grünen nicht. Künftig kämen eine Große Koalition von SPD und CDU oder ein Dreierbündnis von SPD, Grünen und FDP infrage.

Die Wahlbeteiligung stieg auf 70,4 Prozent nach 61,8 Prozent 2011.

Video: In Rheinland-Pfalz jubelt die SPD, die CDU enttäuscht

In Sachsen-Anhalt hat die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff trotz leichter Verluste die Wahl gewonnen. Die Union kam laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 29,8 Prozent. Gegenüber 2011 bedeutet das ein Minus von mehr als zwei Prozentpunkten.

Aus dem Stand wurde die AfD im Magdeburger Landtag zweitstärkste Kraft. Die Rechtspopulisten erhielten 24,2 Prozent der Stimmen.

Die SPD sackte deutlich ab auf 10,6 Prozent und verzeichnete damit ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis. 2011 hatte die Partei noch 21,5 Prozent der Stimmen geholt.

Auch die Linke musste in Sachsen-Anhalt Einbußen von sieben Prozentpunkten hinnehmen. Mit 16,3 fiel die Partei auf den dritten Platz zurück.

Die Grünen zogen mit 5,2 Prozent gerade so in den Landtag ein. Die FDP scheiterte mit 4,9 Prozent knapp an der Fünfprozenthürde.

Die schwarz-rote Koalition kann wegen der Schwäche der SPD nicht weiter in Sachsen-Anhalt regieren. Wahrscheinlich ist, dass sich CDU und Sozialdemokraten ein dritten Partner suchen - die Grünen.

Die Wahlbeteiligung stieg auch in Sachsen-Anhalt deutlich - von 51,2 Prozent im Jahr 2011 auf 61,1 Prozent 2016.

Lesen Sie hier unsere Blitzanalyse zum Super-Wahlsonntag.

syd/dpa/Reuters/AFP

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