Sonntag, 4. Dezember 2016

Verteidigungsministerium Von der Leyen holt McKinsey-Frau als Staatssekretärin

Verteidigungsministerin von der Leyen: McKinsey-Beraterin soll beamtete Staatssekretärin werden

Verteidigungsministerin von der Leyen besetzt einen der wichtigsten Posten in ihrem Ministerium neu: Die Unternehmensberaterin Katrin Suder soll beamtete Staatssekretärin werden. Das ist in der Bundeswehr umstritten.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen plant einen personalpolitischen Coup für einen der wichtigsten Posten in ihrem Haus: den des beamteten Staatssekretärs. Seit Wochen ist die Stelle unbesetzt. Jetzt scheint von der Leyen fündig geworden zu sein. Nach Informationen von "Spiegel Online" will die Ministerin die profilierte Unternehmensberaterin Katrin Suder von der Unternehmensberatung McKinsey abwerben. Es wäre die erste Frau auf diesem Posten.

Die 42-jährige Suder, eine Expertin bei strategischen Personalfragen, würde den Posten des im Februar durch von der Leyen geschassten Beamten Stéphane Beemelmans übernehmen. In ihrer neuen Funktion erwarten Suder große Herausforderungen: Sie muss die heftig umstrittene Bundeswehrreform durchsetzen.

Derzeit ist sie Chefin des Beratungsbereichs Öffentlicher Sektor bei McKinsey, fungiert seit 2005 als Partnerin des weltweit agierenden Unternehmens. Die studierte Physikerin kennt sich gut aus in der Regierungsverwaltung. So schrieb sie in der Vergangenheit mehrere Studien über den drohendenden Fachkräftemangel für Ministerien und die Verwaltung und trat bei Veranstaltungen schon mehrmals mit der damaligen Arbeitsministerin von der Leyen auf.

Berufung gilt als problematisch

Ihre mögliche Berufung gilt im Ministerium trotz ihrer Fachkenntnis als problematisch, da die junge Beraterin eine fast freundschaftliche Beziehung zu von der Leyen unterhalten soll.

Außerdem hat sie für McKinsey ein Beratungsangebot auf eine Ausschreibung hin abgegeben, die das Ministerium für die Überprüfung und Verbesserung der pannenanfälligen Rüstungsprojekte im Haus initiiert hat. Für die externe Beratung, bei der 15 Rüstungsprojekte der Bundeswehr durchleuchtet werden sollen, haben sich mittlerweile mehrere Unternehmen beworben. Eine Entscheidung über den Auftrag mit einem Kostenrahmen von mehr als 400.000 Euro soll im Sommer fallen.

Von der Leyen kündigte vergangene Woche vor Fachpolitikern des Bundestags an, dass sie wegen der Verzögerungen durch die Ausschreibung erst im Winter 2014 mit Ergebnissen der Überprüfung rechnet. Eigentlich hätten sie bereits im Sommer vorliegen sollen.

Obwohl die spektakuläre Personalie im Ministerium und unter Verteidigungsexperten Ende der Woche kursierte, wollte von der Leyens Sprecher den Vorgang "weder bestätigen noch dementieren".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, Katrin Suder sei 37 Jahre alt. Sie ist 42. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH