Mittwoch, 24. Mai 2017

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Hauptversammlung bei Volkswagen VW muss noch 6 Millionen Diesel-Fahrzeuge umrüsten

Volkswagen: Die VW-Aktionäre treffen sich heute in Hannover zur Hauptversammlung

Der Vergleich in den USA steht, die Gewinne sprudeln wieder bei Volkswagen - Europas größter Autobauer ist dennoch weit davon entfernt, "Diesel-Gate" hinter sich zu lassen. Denn der Betrug bei Abgaswerten von Millionen Autos bleibt Thema bei der VW-Hauptversammlung an diesem Mittwoch.

Mehr als eineinhalb Jahre nach Auffliegen der Diesel-Manipulationen bei Volkswagen hat der Konzern weltweit erst knapp die Hälfte der betroffenen Motoren umgerüstet. Insgesamt seien es bislang 4,7 Millionen Fahrzeuge, sagte Konzernchef Matthias Müller am Mittwoch in Hannover auf der Hauptversammlung. In Deutschland seien es 1,7 Millionen Autos. Im Abgasskandal geht es um weltweit rund 11 Millionen betroffene Fahrzeuge der VW-Gruppe. In Deutschland gibt es 2,6 Millionen Autofahrer mit einem manipulierten Diesel des Konzerns. Volkswagen hat für die Kosten des Dieselskandals insgesamt bereits 22,6 Milliarden Euro verbucht.

Inzwischen hat Europas größter Autobauer allerdings deutlich Fahrt aufgenommen: Im ersten Quartal verdiente der Konzern vor allem dank starker Geschäfte in Westeuropa deutlich mehr, unter dem Strich blieben 3,4 Milliarden Euro Gewinn in der Kasse - ein Plus von fast 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 10,3 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro.

Müller verspricht Aktionären mittelfristig höhere Dividende

Mittelfristig will der Konzern wieder mehr Dividende zahlen. Volkswagen stehe finanziell solide da und werde auch dieses Jahr wieder 60 neue Modelle auf den Markt bringen, sagte Müller. "Auch deshalb sind wir trotz aller Herausforderungen zuversichtlich, dass 2017 besser wird als 2016", sagte er. Im vergangenen Jahr war Volkswagen Börsen-Chart zeigen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt - trotz milliardenschwerer Kosten für die Bewältigung des Dieselskandals vor allem in den USA.

Ausschüttungsquote von 30 Prozent angepeilt

Die vorgeschlagene Dividende von 2 Euro je Stamm- und 2,06 Euro je Vorzugsaktie berücksichtige die finanzielle Situation des Konzerns, so Müller. Damit schütte der Konzern 19,7 Prozent des Nettogewinns aus. Dieses Jahr rechnen er und Finanzchef Frank Witter weiter mit Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe für die Diesel-Affäre. "Wir verstehen das daher als Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Ausschüttungsquote von 30 Prozent. Das ist unser Ziel."

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