Sonntag, 26. Juni 2016

Insolvenz der MS "Deutschland" Vier Interessenten für das ZDF-"Traumschiff"

Da war es noch auf der Siegerstraße: Die MS "Deutschland" 2012 im Hamburger Hafen mit mehr als 200 Sportlern der deutschen Mannschaft der Olympischen Spiele in London.

Fährt es noch oder wird es bald verschrottet? Mit vier Interessenten für das ZDF-Traumschiff MS "Deutschland" hat der Insolvenzverwalter Gespräche aufgenommen. Bis Mittwoch muss eine Entscheidung her.

Der Verkauf des insolventen ZDF-Traumschiffs MS "Deutschland" geht auf die Zielgerade. Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber habe mit vier Interessenten konkrete Verhandlungen aufgenommen, sagte Schmid-Sperbers Sprecher auf Anfrage von manager magazin online. Alteigner Callista Private Equity sei nicht darunter. Dem Finanzinvestor, der sein Interesse vor einer Woche über die Medien kundgetan hat, erhielt dem Sprecher zufolge eine Absage.

Um wen es sich bei den vier Interessenten handelt, wollte der Sprecher nicht sagen. Seinen Angaben zufolge haben die vier Bewerber indikative Gebote für das Schiff und dessen ebenfalls insolvente Reederei Peter Deilmann abgegeben. Sie haben nun bis Mittwoch Zeit, verbindliche Offerten einzureichen. "Das höchste der Gebote war mehr als dreimal so hoch wie das von Callista", so der Sprecher. Vier weitere Gebote, die sich nur auf das Schiff bezogen, hat Schmid-Sperber vorläufig zurückgestellt.

Die Zeit drängt, da die MS "Deutschland" am 18. Dezember auf Weltreise gehen soll. Bis Mittwoch muss Schmid-Sperber verkünden, ob diese bis 1. Mai 2015 dauernde Reise stattfinden kann. Die Voraussetzung dafür ist, dass das Schiff vorher noch in der Werft überholt wird - wofür derzeit aber kein Geld da ist. Die Rechnung müsste bereits der neue Schiffseigner bezahlen.

Auf dem Schiff lasten Schulden von rund 56 Millionen Euro, davon sind 50 Millionen Anleiheschulden und drei Millionen Euro Zinsen. Durch das vorläufige Insolvenzverfahren dürften die Anleihegeber einen Teil ihres Geldes verlieren. Sie müssen sich mit dem Verkaufserlös des Schiffes begnügen, den der Insolvenzverwalter erzielen kann.

Die MS "Deutschland" Beteiligungsgesellschaft und die Reederei Peter Deilmann befinden sich seit dem 29. Oktober in der vorläufigen Insolvenz. Zwei für Dezember geplante Kurzreisen mussten bereits abgesagt werden. Der Reederei zufolge erhalten die Passagiere ihr Geld zurück.

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