Montag, 30. Mai 2016

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Nach Verbot in Indien Niederlande verbieten Uber Pop

Smartphone-App: Uber ist in Neu-Delhi laut einem Bericht vorerst verboten - ebensowie Uber-Pop in den Niederlanden

Kein guter Wochenstart für Uber: Nach einer Vergewaltigung durch einen Uber-Fahrer in Neu Delhi haben die Behörden den Fahrdienst kurzerhand verboten. Auch in den Niederlanden darf Uber seinen Fahrdienst Uber-Pop erst einmal nicht mehr betreiben.

Neu-Delhi/Den Haag - Die Wirtschaftskammer in Den Haag gab am Montag der Aufsichtsbehörde recht, die hohe Geldstrafen gegen Uber-Pop-Fahrer verhängt hatte. Der Dienst über eine Smartphone-App verstoße gegen das niederländische Taxigesetz, erklärten die Richter. Mit Uber Pop finden Privatpersonen Kunden, um sie gegen Geld in ihrem eigenen Auto zu chauffieren.

Das ist nach Auffassung der Richter illegal, da die Fahrer nicht über eine Lizenz verfügten. "In diesen Fällen verstößt auch Uber gegen das Gesetz, weil es eng mit diesen Fahrern zusammenarbeitet und an dem Erlös beteiligt ist," erklärte das Gericht. Laut Medienberichten droht Uber bei Zuwiderhandung eine Strafe von bis zu hunderttausend Euro.

Uber will gegen das Urteil Berufung einlegen. Das Unternehmen hatte Geldbußen von jeweils 1500 Euro gegen Fahrer in Amsterdam nicht akzeptieren wollen und dagegen geklagt. Erst in der vergangenen Woche war der Taxi-App nach Amsterdam auch auf Rotterdam und Den Haag ausgedehnt worden. Das Verbot gilt nicht für den Taxidienst Uber, bei dem die Fahrer eine Lizenz haben.

Zuvor hatte Uber laut der Nachrichtenagentur dpa bereits ein Verbot in Neu Delhi kassiert Die indischen Behörden geben Uber demnach eine Mitschuld an der Vergewaltigung einer Frau durch einen Uber-Fahrer.

Das polizeiliche Führungszeugnis sei vor seiner Registrierung als Uber-Fahrer nicht überprüft worden, sagte ein Polizeisprecher in Neu-Delhi am Montag. Uber führe diese Hintergrundchecks in der indischen Hauptstadt nie durch. Der Mann habe schon einmal wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs im Gefängnis gesessen.

Uber-Firmenchef Travis Kalanick gab dagegen dem indischen System eine Mitschuld: Für eine gewerbliche Fahrer-Lizenz gebe es in Indien solche Checks nicht, schrieb er in einem Blogeintrag.

Der 32 Jahre alte Uber-Fahrer wird verdächtigt, am Freitag eine Frau in seinem Auto vergewaltigt zu haben. Medizinische Tests bestätigten einen sexuellen Übergriff, sagte Mathur Verma, Polizeichef des Nord-Distrikts der Hauptstadt Neu-Delhi. Die 27 Jahre alte Mitarbeiterin eines Finanzunternehmens erzählte der Polizei demnach, der Mann habe ihr gedroht, sie mit einer Eisenstange zu foltern.

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