Samstag, 25. Juni 2016

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Valeant-Aktie stürzt dramatisch ab Der tiefe Fall des "neuen Berkshire Hathaway"

Nach zweimonatiger Krankheitspause zurück im Valeant-Chefsessel: J. Michael Pearson

Noch im Mai 2015 hat Investor und Milliardär Bill Ackman für Valeant das wohl größte Lob ausgepackt, das die Wall Street zu bieten hat: Der Pharmakonzern sei das neue Berkshire Hathaway, sagte Ackman damals auf einer Konferenz in New York, sprich: eine reine Geldmaschine.

Nur wenige Monate später fallen die Vergleiche weit weniger schmeichelhaft aus: Im Oktober rückt ein Bericht der Analysefirma Citron Research den einstigen Investorenliebling in die Nähe von Enron, der Skandalfirma der Jahrtausendwende, deren weithin bewundertes Geschäftsmodell sich als Betrug entpuppte und den ganzen Konzern implodieren ließ. Nun folgt der nächste Tiefschlag.

Am Dienstag hat Konzernchef Michael Pearson die Wall Street mit neuen Quartalsergebnissen enttäuscht - und die Aktie Börsen-Chart zeigen damit im Laufe des Tages um über 50 Prozent in die Tiefe geschickt. 336 Millionen Dollar hat das Unternehmen von Anfang Oktober bis Ende Dezember verloren; auch der Ausblick auf 2016 sieht nun weniger rosig aus als zuletzt: Nachdem Valeant zuvor noch bis zu 12,7 Milliarden Dollar umsetzen wollte, könnten es laut Pearson nun sogar minimal nur 11 Milliarden werden.

Valeant schlägt sich derzeit zudem mit Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC herum; zudem steht das Unternehmen gemeinsam mit einer Reihe von Pharmaherstellern für seine Preispolitik in der Kritik, etwa durch den US-Kongress.

Seit im August 2015 erstmals Bilanzierungsvorwürfe gegen Valeant aufkamen, hat die Aktie der Kanadier über 88 Prozent an Wert verloren - damals notierte sie bei bis zu 263,81 Dollar, am heutigen Nachmittag waren knapp 38 Dollar übrig. Von einst fast 90 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung sind noch gut 11,4 Milliarden geblieben.

Bill Ackman hält seinem Investment Valeant nach wie vor die Treue: "Wir glauben weiterhin, dass Valeants Geschäftsfelder ein Vielfaches dessen wert sind, was aktuell am Markt gehandelt wird", schrieb er kurz nach Bekanntgabe der neuen Zahlen in einem Brief an die Investoren seines Hedgefonds. Er kündigte allerdings eine wesentlich aktivere Rolle innerhalb des Unternehmens an: Steve Fraidin, sein Vice Chairman, war in der vergangenen Woche in Valeants Board eingezogen.

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