Samstag, 20. Oktober 2018

Unternehmensrückkäufe Wenn Gründer die Reißleine ziehen

2. Teil: Dinckelacker Schwabenbräu - eine schwäbische Brauereien-Rettung

Rückkauf vom Großkonzern: Bei Dinkelacker-Schwabenbräu in Stuttgart wird noch immer gebraut
Dinkelacker-Schwaben Bräu
Rückkauf vom Großkonzern: Bei Dinkelacker-Schwabenbräu in Stuttgart wird noch immer gebraut
Der Erbe der Stuttgarter Brauereifamilie Wolfgang Dinkelacker griff 2006 tief in die Tasche, um die 1888 von seinem Urgroßvater Carl Dinkelacker gegründete Brauerei in Familienhand zurückzuholen. Mit dem Rückkauf wollte Dinkelacker die Traditionsbrauerei und den Standort Stuttgart retten.

Zu diesem Zeitpunkt hat Dinkelacker die Kontrolle über den einstigen Familienbetrieb schon lange verloren. Am Anfang stand zu Beginn der 90er der Verkauf an die Spaten-Löwenbräu, die ihrerseits 2004 von der belgischen Interbrew übernommen wurden. Als Inbev später mit dem brasilianischen Konzern Ambev fusionierte und Dinkelacker zu verschwinden drohte, zog der Urenkel des Firmengründers die Reißleine.

Es gibt keine Zahlen dazu, wie viel der Schwabe für das einstige Familienunternehmen mit den Marken Dinkelacker, Schwabenbräu, Sanwald und Wulle bezahlt hat. Und wenig ist auch darüber bekannt, wie es der Brauerei angesichts der Branchenschwäche konkret geht. Der Ausstoß ist mit rund 800.000 Hektolitern nach Brauereienagaben in den vergangenen Jahren etwa stabil geblieben. Neben den Hauseigenmarken entfällt auch ein Teil der Produktion auf No-Name-Biere für Supermarktketten. Mittlerweile sind Teile der Firma an jüngere Familienmitglieder übergegangen. Aber die Brauerei produziert noch heute. Auch Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen gab es nach Unternehmensangaben keine. Angesichts der Branchenschwäche laufe es "gut", heißt es in Stuttgart.

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