Sonntag, 30. April 2017

Jeden kann es treffen Flug überbucht - Airline lässt zufällig ausgewählten Passagier aus dem Flugzeug schleifen

United Airlines: Überbucht - und raus mit dir

Um Platz im Flugzeug für Angestellte der Airline zu schaffen, hat die US-Airline United Airlines zu drastischen Maßnahmen gegriffen. Ein Flug der Airline von Chicago nach Louisville sei überbucht gewesen, so dass insgesamt vier Passagiere der Maschine gebeten wurden, das Flugzeug wieder zu verlassen, heißt es in verschiedenen US-Medienberichten. Da die Fluggesellschaft zusätzlich vier eigene Angestellte, darunter offenbar auch Piloten, rasch nach Louisville befördern musste, habe sie vier Passagiere in dem bereits voll besetzen Flugzeug aufgefordert, das Flugzeug wieder zu verlassen.

Diese vier Passagiere seien nach Angaben der Airline nach dem Zufallsprinzip ausgesucht worden. Zuvor wurde ihnen offenbar eine Entschädigung in Aussicht gestellt - zunächst von 400 Dollar, später dann von 800 Dollar, aber nicht den höchst möglichen Satz von etwa 1300 Dollar.

Von den vier Passagieren hätten jedoch nur drei Fluggäste das Flugzeug freiwillig verlassen. Einer der vier Passagiere, offenbar ein Arzt chinesischer Herkunft, habe sich geweigert, seinen Platz aufzugeben. Er hätte am nächsten Tag dringend Patienten zu versorgen und könne nicht aussteigen, begründete er laut Medienberichten.

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Daraufhin hätten Airline-Mitarbeiter Sicherheitskräfte zu Hilfe gerufen. Ein Video aus der United-Airline-Maschine zeigt, wie Sicherheitskräfte einen Passagier mit Gewalt aus der Maschine zerren. Der Passagier, der sich heftig gegen den Abtransport wehrte, zog sich dabei offenbar auch Verletzungen zu. Mindestens zwei Passagiere filmten den Vorfall mit ihren Handy-Kameras.

"Wir hatten nach Freiwilligen gesucht. Ein Passagier hatte sich jedoch dagegen gesträubt, das Flugzeug freiwillig zu verlassen, so dass wir Sicherheitskräfte hinzuziehen mussten", sagte Charles Hobart, ein Sprecher der Airline. Die Airline "bedaure, dass es zu der Überbuchung gekommen sei."

Später entschuldigte sich der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Oscar Munoz für den Vorfall vom Sonntag. "Das ist ein Vorfall, der uns bei United alle ärgert", sagte er laut Mitteilung vom Montag. Das Unternehmen werde sich an den betroffenen Passagier wenden.

United Airlines hatte erst kürzlich für einen Sturm der Entrüstung gesorgt: Sie hatte Teenagern den Einstieg ins Flugzeug verboten, weil sie Leggings trugen.

la/rei/mmo

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