Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Unilever kauft Rasierer-Start-up Unilevers messerscharf kalkulierte Milliarden-Wette

Haarlos glücklich: Unilever wittert im Digitalgeschäft mit Rasierern neue Möglichkeiten

Es ist ein stolzer Preis und eine gewagte Wette, die Unilever den Weg in ein neues Milliardengeschäft ebenen könnte: Für angeblich eine Milliarde Dollar kauft der britisch- niederländische Konsumgüterhersteller Unilever das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus Kalifornien.

Dollar Shave Club vertreibt mit einem "no-frills"-Modell Rasierklingen und Pflegeprodukte im Abo. Das "Wall Street Journal" (WSJ), berichtete als erstes Medium von der Übernahme und bezifferte dabei den Preis auf rund eine Milliarde Dollar. Laut WSJ peilt das 2012 gegründete Start-up in diesem Jahr einen Umsatz von gut 200 Millionen US-Dollar an. Es schreibt bislang aber noch rote Zahlen.

Bei seiner letzten Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr war das Start-up, das mit seinen günstigen Rasierer-Abos angeblich 3,2 Millionen Kunden akquiriert hat, mit 615 Millionen Dollar bewertet.

Dollar Shave Club Spot

Für Unilever könnte die Übernahme der Zugang zu einem neuen, äußerst lukrativen Geschäftsfeld sein, in dem durch den Onlinehandel ordentlich Bewegung gekommen ist. Dominiert wird es durch den US-Konzern Procter & Gamble (P&G) mit seiner Marke Gillette. Doch dessen Stern ist - auch durch die Onlinekonkuurrenz - am sinken.

Laut den Marktforschern von Euromonitor sank der Marktanteil von P&G am US-Rasierergeschäft von 71 Prozent 2010 auf 59 Prozent 2015. Alleine auf Dollar Shave Club, das in den USA mit seiner unterhaltsamen Werbung für Furore sorgte, entfielen demnach 5 Prozent des Marktes.

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