Samstag, 25. Juni 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Tui spürt Krise in Urlaubländern Türkei-Buchungen brechen um 40 Prozent ein

Unbeschwerter Urlaub in der Türkei? Viele deutschen Touristen meiden mittlerweile das Land, fürchten offenbar Anschläge

War die Türkei bislang eines der beliebtesten Reiseziele deutscher Urlauber, meiden sie angesichts von Bombenanschlägen und Flüchtlingskrise das Land am Bosporus jetzt immer stärker. Der weltgrößte Reisekonzern Tui bekommt das deutlich zu spüren. Auch die türkische Wirtschaft, die auf den Tourismus angewiesen ist, wird darunter leiden.

Die Sommerbuchungen für die Türkei seien im Vergleich zum Vorjahr bislang um 40 Prozent eingebrochen, teilte der Tui am Dienstag mit. Der Konzern sehe sich aber in der Lage, schnell auf die Veränderungen zu reagieren und Gästen Angebote in anderen Destinationen zu machen.

In Istanbul hatte sich Mitte Januar ein Attentäter nahe der Blauen Moschee mitten in einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt - dabei starben zehn Deutsche.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember ließ zudem der schwierige Börsengang der Container-Reederei Hapag-Lloyd den saisontypischen Nettoverlust um gut drei Viertel auf 184 Millionen Euro anschwellen. Tui musste den Wert der verbliebenen Hapag-Beteiligung um knapp 42 Millionen Euro nach unten korrigieren.

Lesen Sie auch: Fünf unbequeme Wirtschafts-Wahrheiten über die Türkei

Co-Vorstandschef Fritz Joussen, der den Konzern künftig allein führt, zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass das Reisegeschäft in diesem Jahr mehr abwirft als im Vorjahr.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember schrumpfte der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust (Ebita) um 3 Prozent auf knapp 102 Millionen Euro. Während die konzerneigenen Kreuzfahrtschiffe und Hotels operativ Gewinne einfuhren, führten der harte Preiskampf in Deutschland und ungünstige Wechselkurse dazu, dass die Veranstaltersparte höhere Verluste verbuchte.

Gäste in Angst - Aida fährt Türkei nicht mehr an

rei mit Nachrichtenagenturen

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH