Samstag, 2. Juli 2016

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Herausragende CEOs 2015 Elmar Degenhart hat es allen gezeigt

Elmar Degenhart: Der Continental-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr nicht nur unseren Autoren beeindruckt, sondern auch die Harvard Business Review. Sie kürt regelmäßig die besten CEOs des Jahres, Degenhart kam auf Platz vier

Was für ein Jahr! Volkswagen manipuliert Abgaswerte, Deutschbanker stehen wegen Prozessbetrugs vor dem Kadi, Toshiba fliegt wegen jahrelanger Bilanzfälschung auf. Ein Drama jagt das nächste. Es tut fast weh, darüber nachzudenken, welches Wertgefüge die Männer hinter diesen Skandalen antreibt. Mit derart schlechtem Geschmack im Mund will man nicht ins neue Jahr starten! Bevor wir also einen Schlussstrich ziehen unter das annus horribilis 2015, die Frage: Wer hat dieses Jahr Wert geschaffen, Innovation vorangetrieben und bei Anlegern und Mitarbeitern gute Laune verbreitet? Wer kann guten Gewissens noch als Manager-Vorbild dienen?

Alle Angaben ohne Gewähr - wer weiß schon, welche traurigen Nachrichten uns morgen aufschrecken! Auch ist das Gesetz vom 'Fall der Sterne' hinlänglich bekannt: Kaum bekommt ein Unternehmen oder Manager irgendwo offiziell einen positiven Titel wie "Manager des Jahres" verliehen, schon gibt es Ärger. Dennoch lohnt sich der Blick auf diejenigen, die - Stand Mitte Dezember 2015 - einen guten Job gemacht haben.

Starten wir mit Innovation, denn die wird für immer mehr Menschen in der Geschäftswelt immer wichtiger. Laut Boston Consulting Group zählen sie knapp acht von zehn Befragten unter die drei Top-Prioritäten ihres Arbeitslebens. Im Ranking der Berater der "most innovative companies" für dieses Jahr finden sich die üblichen Verdächtigen auf den ersten Plätzen: Apple, Google, Tesla, Microsoft und Samsung. Zum Glück auch BMW (Platz 7), Daimler (10) und Bayer (11). Volkswagen landet auf Rang 35 - vermutlich für den Einsatz von ach-so-kreativer Software.

Heiner Thorborg
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    Heiner Thorborg gehört zu den profiliertesten Personalberatern in Deutschland. Nach zehn Jahren als Partner bei Egon Zehnder International gründete er die Heiner Thorborg GmbH & Co KGaA (Frankfurt), die Heiner Thorborg & Co. (Zürich), die Initiative "Generation CEO", "The Female Factor" sowie thorborg&virzí mit den Standorten Frankfurt und Zürich.
Dabei wird auch Tempo immer wichtiger: Innovation schnell umzusetzen, ist aus Sicht der BCG-Studie der Schlüssel zum begehrten "return on innovation". Bekannt für hohes Tempo ist der spanische Modehändler Inditex, der Konzern hinter Zara. Er schafft es, neue Modetrends innerhalb von zwei bis vier Wochen in die Shops zu bringen. Gründer und Besitzer Amancio Ortega ist damit zum Krösus geworden: Forbes führt den Spanier auf seiner Liste der Reichsten der Welt 2015 auf Platz vier. Doch ist es wirklich so innovativ, die kreativen Ideen der Designer anderer, teurerer Labels einfach schnell und fröhlich zu kopieren, sie billig zu produzieren und damit Mode zu einem Wegwerfprodukt wie Einweggeschirr zu machen?

Überhaupt Geld. Wenn es nur darum ginge, würde vermutlich jedes Jahr Warren Buffett die Liste der besten Manager des Jahres anführen. Auf der Forbes-Liste hält der Investmentguru Platz drei nach Bill Gates von Microsoft und dem lateinamerikanischen Telco-Unternehmer Carlos Slim Helu - doch Buffett ist immer noch aktiver CEO seiner Berkshire Hathaway, während die anderen quasi nur noch als Ehren-Aufsichtsräte fungieren. Er hat ein ungeheures Gespür für lukrative Investments, das ist wirklich beeindruckend.

Auch die Harvard Business Review (HBR) sucht regelmäßig nach den besten CEOs des Jahres. Wesentliches Kriterium dabei ist die finanzielle Langzeitleistung der Manager aus Sicht der Kapitalgeber - frei nach Howard Schultz, dem Starbucks-Gründer: "The only ingredient that works in this environment is performance - so we have to perform."

In den vergangenen Jahren landete nach dieser Messlatte wiederholt Amazon-Chef Jeff Bezos auf Rang eins, obwohl er sich ziemlich publikumsträchtig mit Verlegern und Autoren angelegt hatte. Am Ende überzeugte jedoch sein Credo, das "am meisten kundenorientierte Unternehmen der Welt" führen zu wollen. Eigentlich ist die Ironie köstlich: Der Chef, der sich seit Jahren dem Druck der Wall-Street-Analysten widersetzt und eher auf langfristigen Cashflow als auf schnellen Nettoprofit setzt, aber nahezu nichts für Werbung oder PR ausgibt, schuf 2014 wieder mit den höchsten Unternehmenswert und landete auf der Bestenliste ganz oben.

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