Sonntag, 19. November 2017

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Gezerre um Zukunft der Stahlsparte  ThyssenKrupp-Chef Hiesinger muss um seinen Job bangen

Hat es auch nicht einfach: Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger.

Bei Thyssenkrupp bahnt sich ein spektakulärer Machtkampf an. In dessen Zentrum steht Großaktionär Cevian, mit einem Anteil von 15 Prozent zweitgrößter Aktionär des Dax-Konzerns. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg rücken die Schweden vom Masterplan des Vorstandschefs Heinrich Hiesinger für die Stahlsparte des Mischkonzerns ab.

Der 57-Jährige will die Keimzelle der Essener mit dem Pendant des britisch-indischen Konzerns Tata zum zweitgrößten europäischen Stahl-Anbieter fusionieren, nach Informationen von manager-magazin.de war in den zuletzt intensiv geführten Verhandlungen vor rund zwei Wochen ein Durchbruch erzielt worden, als sich Hiesinger direkt mit Tata-Eigner Ratan Tata in Essen über die Details beugte.

Nachdem Cevian Hiesingers Kurs bislang gestützt hat, präferiert der Finanzinvestor laut Bloomberg inzwischen eine Abspaltung des Stahlgeschäfts (Spin-off). Eine ähnliche Lösung bevorzugten zuletzt auch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, weil sie sich dadurch weniger Job-Abbau versprechen. Gemeinsam haben Cevian über ihren Deutschland-Chef Jens Tischendorf und die Arbeitnehmervertreter im Thyssenkrupp-Aufsichtsrat die Mehrheit. Sollten Sie Hiesingers Plan tatsächlich torpedieren, wäre das für den Thyssenkrupp-Chef ein herber Gesichtsverlust.

Ursprünglich war bereits für diese Woche ein Beschluss des Aufsichtsrats über das Stahlgeschäft geplant, nun gelten der 23. oder 24. September als wahrscheinliche Termine für den Showdown. Cevian wirbt schon seit langem für die Aufspaltung von Thyssenkrupp, das neben Stahl auch Aufzüge verkauft und sonstige Ingenieurdienstleistungen anbietet, war damit aber bislang am Hauptaktionär, der Krupp-Stiftung mit 23,03 Prozent, sowie den Arbeitnehmervertreter gescheitert. Auch Vorstandschef Hiesinger hatte sich bislang immer klar dagegen ausgesprochen.

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