Montag, 21. August 2017

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Verbraucherschützer zweifeln am Erfolgsrezept Australien beklagt Unfälle mit dem Thermomix

Thermomix: Für Vorwerk ist die Küchenmaschine das wichtigste Produkt

Nach mehreren Unfällen mit der Küchenmaschine Thermomix in Australien hat sich die oberste Verbraucherschutzbehörde des Landes eingeschaltet. Die Behörde will von der Justiz klären lassen, ob Thermomix in Australien gegen gesetzliche Regelungen verstoßen hat. Dabei geht es nach Angaben vom Freitag um mindestens 14 Fälle, in denen Thermomix-Kunden beim Hantieren mit einem älteren Modell der Küchenmaschine verletzt wurden. Die Küchenmaschinen werden vom deutschen Unternehmen Vorwerk hergestellt.

Die Verbraucherschutzbehörde ACCC kritisiert, dass zu spät über Vorfälle unterrichtet wurde. Nach australischem Gesetz muss binnen 48 Stunden darüber informiert werden, wenn es Probleme gibt. Zudem soll Thermomix nach Bekanntwerden der Probleme versucht haben, mit Sondervereinbarungen Kundenrechte auszuhebeln.

Angeblich Verbrennungen durch zu heiße Flüssigkeiten

Dabei geht es um ein früheres Modell mit der Bezeichnung TM31, das 2014 vom Markt genommen wurde. Bei Unfällen waren mehrere Menschen verletzt worden. Mindestens acht Kunden mussten nach einer Auflistung der Verbraucherschutzorganisation Choice ins Krankenhaus, weil sie sich durch zu heiße Flüssigkeiten Verbrennungen zugezogen hatten.

Der Thermomix ist weiterhin das wichtigste Produkt der Vorwerk-Gruppe: Vor allem dank guter Geschäfte mit der Küchenmaschine Thermomix hat die Vorwerk-Gruppe im vergangenen Jahr ihren Umsatz gesteigert. Der in mehr als 70 Ländern aktive Wuppertaler Konzern erlöste im vergangenen Jahr 3,1 Milliarden Euro und damit 4,1 Prozent mehr als 2015. In Deutschland habe sogar ein Plus um 7,1 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro erzielt werden können, teilte das Familienunternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Umsatzstärkster Geschäftsbereich der Gruppe war auch im vergangenen Jahr der Thermomix. Die vorwiegend über Verkaufspartys angebotene Luxus-Küchenmaschine sorgte für ein deutliches Umsatzplus um 11,0 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

la/dpa

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