Mittwoch, 19. September 2018

Gefallenes Hype-Start-up Theranos ist bald Geschichte - diese Superreichen haben Millionen in den Sand gesetzt

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes (Archivaufnahme, November 2015)

Theranos, das Bluttest-Start-up, dem Ermittler den größten Betrug der Silicon-Valley-Geschichte vorwerfen, steht vor der endgültigen Auflösung. Das berichtet das "Wall Street Journal" auf Grundlage einer E-Mail von Neu-Chef David Taylor an die Anteilseigner des Unternehmens.

Die meisten der mittlerweile nur noch zwei Dutzend Angestellten des gefallenen Hype-Start-ups (vor zweieinhalb Jahren waren es noch etwa 800) hätten am 31. August ihren letzten Arbeitstag gehabt, schreibt das "Journal" weiter; Taylor und "eine Handvoll unterstützender Mitarbeiter" blieben noch einige Tage länger an Bord.

Theranos habe in den vergangenen Monaten händeringend nach neuen Kapitalquellen gesucht, schreibt Taylor in der nun veröffentlichten E-Mail, und dabei auch über einen möglichen Verkauf des Unternehmens verhandelt.

Daraus sei allerdings nichts geworden, "nun haben wir keine Zeit mehr." Theranos' Patente gingen nun an die New Yorker Private-Equity-Firma Fortress, der das Unternehmen aktuell 65 Millionen Dollar schulde. Das verbleibende Bargeld des Unternehmens werde in den kommenden sechs bis zwölf Monaten unter anderen Kreditgebern aufgeteilt.

Den prominenten Investoren, die einst hunderte Millionen Dollar in Theranos gepumpt hatten, bleibe derweil nichts. Noch-CEO Taylor verspricht in seiner Mail immerhin "eine Kopie der Bescheinigung der Unternehmensauflösung, für die Steuer." Welche Promis laut "WSJ" wie viel Geld bei Theranos versenkt haben - eine Übersicht:

Newsletter von Lukas Schürmann

Das "Journal" nennt Theranos "ein Symbol der Exzesse des aktuellen Technologie-Booms": Die enigmatische Gründerin Elizabeth Holmes hatte mit dem Versprechen umfangreicher Bluttests reichen Privatleuten hunderte Millionen Dollar entlockt, ihr Unternehmen auf eine Bewertung von 9 Milliarden Dollar getrieben und weitere Wirtschafts- und Politpromis an Theranos gebunden. Im Oktober 2015 hatte das "WSJ" erstmals über Zweifel an den Test-Methoden berichtet. Mittlerweile sind Holmes und ihre ehemalige Nummer 2, Sunny Balwani, wegen schweren Betrugs angeklagt.

luk

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH