Donnerstag, 21. März 2019

Neuer COO kommt von Mann+Hummel Milchmogul Theo Müller wildert in der Automotive-Industrie

Theo Müller: Das Kommen und Gehen in der Chefetage von Müller Milch ist ebenso legendär wie der Hang des Chefs zum Steuersparen.

Der Molkereigigant Müller ist auf der Suche nach einem neuen COO in der Automotive-Industrie fündig geworden. Hansjörg Herrmann kommt von Mann+Hummel, wo er für die Produktion in den rund 40 Werken des rund 4 Milliarden Euro Umsatz schweren Konzerns zuständig war. Seinen neuen Posten bei der in Luxemburg registrierten Unternehmensgruppe Theo Müller hatte im April vergangenen Jahres Werner Stegmüller freigemacht.

Stegmüller, vom Pumpenhersteller KSB kommend, war ebenfalls ein Quereinsteiger als er im Juni 2017 bei Müller anfing, konnte aber offenbar derart überzeugen, dass ihn der schwierige Patriarch flux zum CEO beförderte.

Dass Müller immer öfter auf Branchenfremde setzt, dürfte auch dem Umstand geschuldet sein, dass die Fluktuation in der Chefetage lange Zeit gerade als legendär galt. Auf den mit Herrmann wieder vollzähligen vierköpfigen Vorstand kommt viel Arbeit zu. Laut der jüngsten vorliegenden Bilanz ist der Umsatz des Konzerns 2017 zwar von 5,6 auf 6 Milliarden Euro gestiegen, das ursprüngliche Ziel 2020 rund 10 Milliarden zu erlösen ist jedoch kaum noch realistisch. Zumal Müller laut Prognosebericht für 2018 mit rückläufigen Umsätzen geplant hatte.

Zudem war die Ertragslage zuletzt unerfreulich. Das Ebit sank 2017 von 233 Millionen Euro auf 99 Millionen Euro. Als Grund führte Müller vor allem Aufwendungen für die kriselnde Feinkostsparte Homann und höhere Milchpreise an.

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