Freitag, 28. Juli 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Produktion von Teslas Model 3 beginnt VW will Tesla "an der Linie von 30.000 Euro" stoppen

Tesla Model 3: Das 35.000-Dollar-Auto wird ab Freitag produziert

Europas größter Autobauer Volkswagen Börsen-Chart zeigen will dem Elektroauto-Pionier Tesla Börsen-Chart zeigen bei den günstigeren Stromern den Rang ablaufen. "Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30 000 Euro", sagte der Chef der Volkswagen-Kernmarke VW , Herbert Diess, der Deutschen Presse-Agentur. Er betonte, dass entscheidend sei, ob der Elektroautobauer es schaffen werde, in den Massenmarkt vorzudringen.

Am Freitag begann die Serienproduktion des ersten günstigeren Wagens von Tesla. Das Model 3 mit einem US-Preis ab 35.000 Dollar (knapp 30 800 Euro) soll Tesla und die Elektromobilität stärker in den Massenmarkt bringen - und dabei nachhaltig profitabel werden.

Geplant ist eine drastische Aufstockung der Produktion: 2016 baute Tesla rund 84.000 Autos, 2018 sollen es bereits 500 000 sein und für 2020 wird die Millionen-Marke angepeilt. Die Firma steckte Milliarden in den Ausbau und nimmt dafür eine Durststrecke mit roten Zahlen in Kauf.

VWs Hoffnungsträger heißt ID

Ebenfalls ab 2020 sieht der VW-Markenchef den Durchbruch für die Elektromobilität voraus - mit dem Start des VW-Hoffnungsträgers ID. Das Design des ID sei fertig und verabschiedet, jetzt gehe es darum, das Fahrzeug wettbewerbsfähig zu machen: Der sogenannte Modulare Elektrobaukasten (MEB) werde die Herstellung des Modells deutlich günstiger machen: "Wir kriegen dann ein Fahrzeug mit den Außenabmessungen des Golf, dem Interieur eines Passat und den Fähigkeiten eines Tesla zum Preis eines Diesels." Die Reichweite soll bei bis zu 600 Kilometern liegen.

Diess bekräftigte zudem das Ziel, dass VW ab 2025 rund eine Million E-Autos jährlich verkaufen wolle - und betonte, Tesla ernst zu nehmen: "Diesen neuen Wettbewerber muss man sehr ernst nehmen, auch die Konzepte, die von uns deutschen Ingenieuren zunächst vielleicht etwas belächelt wurden." Ohnehin wächst der Druck, bei der Wende zur Elektromobilität voranzukommen: Der schwedische Autobauer Volvo gab als erste der etablierten Automarken bekannt, ab 2019 keine neuen Modelle ohne Elektromotor mehr einzuführen. Allerdings wird es Hybride mit Verbrennungs- und Elektromotoren geben.

Volkswagen will die Entwicklung alternativer Antriebsmodelle in den kommenden Jahren mit Investitionen von neun Milliarden Euro forcieren. Gleichzeitig sollen früheren Angaben zufolge zehn Milliarden Euro in die Entwicklung des Verbrennungsmotors investiert werden. Der Konzern plant bis zu 30 neue E-Modelle - darunter der elektrische Geländewagen ID Crozz sowie unter anderem auch der Elektro-Bulli ID Buzz.

Nach Kurssturz in dieser Woche: Tesla nicht mehr wertvollster US-Autobauer

Zweifel am Wachstumskurs haben den Kurs der Aktie des US-Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen an der Börse in New York gedrückt - Tesla ist damit nicht mehr der wertvollste US-Autokonzern nach Börsenwert. General Motors (GM) eroberte diese Position zurück. Am Freitag wollte Tesla die Produktion seines neuen Mittelklassewagens Model 3 starten. Ein Erfolg dürfte dem Aktienkurs wieder Auftrieb geben.

Tesla war am Donnerstag bei Börsenschluss in New York 50,73 Milliarden Dollar (44,61 Milliarden Euro) wert, GM erreichte einen Wert von 52,13 Milliarden Dollar. Ford steht mit 44,52 Milliarden Dollar abgeschlagen auf Rang drei.

Anfang April erst hatte Tesla General Motors an der Börse abgehängt und einen Wert von mehr als 51,5 Milliarden Dollar erreicht. Der Unterschied zu GM betrug damals mehr als eine Milliarde Dollar. Am vergangenen Freitag noch betrug der Börsenwert von Tesla 59,4 Milliarden Dollar, der von GM nur 52,04 Milliarden Dollar.

Doch seitdem stürzte die Tesla-Aktie ab, allein an drei Handelstagen reduzierte sich der Börsenwert um rund neun Milliarden Dollar. Grund waren eine Reihe schlechter Nachrichten. Am Montag etwa musste Tesla mitteilen, im zweiten Quartal nur 22.000 statt der von Analysten erwarteten mehr als 23.000 Autos ausgeliefert zu haben. Am Donnerstag verfehlte das Model S von Tesla erneut die Bestnote in einem wichtigen US-Sicherheitstest.

Jenseits der Börse ist Tesla im Vergleich mit den Großen der Autobranche ein Zwerg. Die Firma verkaufte im vergangenen Jahr 84.000 Fahrzeuge und erzielte damit einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar. GM verkaufte hingegen zehn Millionen Wagen, was Gesamteinnahmen von 166 Milliarden Dollar entsprach.

Da an der Börse jedoch auch Zukunftspläne belohnt werden, könnte der Kurs von Tesla wieder steigen: Am Freitag startet das Unternehmen mit der Produktion seines ersten Mittelklassefahrzeugs. Die ersten 30 Autos sollen in drei Wochen ausgeliefert werden.

Tesla erhält Zuschlag für Batteriefabrik in Australien

Auch eine weitere Mitteilung dürfte Anleger in bessere Stimmung versetzen: Tesla baut in Australien den nach eigenen Angaben größten Lithium-Ionen-Speicher der Welt. Gespeist werde der Speicher mit Strom aus einem riesigen Windpark. Musk, der das Projekt in Adelaide persönlich vorstellte, sagte, der Speicher habe eine Kapazität von 100 Megawatt, damit könnten 30.000 Haushalte versorgt werden.

Musk versprach, den Speicher binnen 100 Tagen aufzubauen - anderenfalls werde er ihn umsonst abgeben. Australien hängt noch stark vom Kohlestrom ab und zählt zu den höchsten Pro-Kopf-Erzeugern von klimaschädlichem CO2.

la/dpa

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH