Samstag, 16. Dezember 2017

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Lithium-Ionen-Speicher Tesla nimmt in Australien weltgrößten Akku in Betrieb

Jay Weatherill (l), Premierminister von Süd Australien, nimmt in Jamestown die 129 Megawatt Lithium-Ionen-Batterie in Betrieb. Es ist das weltweit größte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbarer Energie

In Australien ist das weltgrößte Akkusystem in Betrieb genommen worden, das dort Engpässe bei der Stromversorgung abfedern soll. Der Lithium-Ionen-Speicher des US-Elektroautoherstellers Tesla Börsen-Chart zeigen in der Nähe des Ortes Jamestown nördlich von Adelaide ist an einen Windpark angeschlossen und soll mehr als 30.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Tesla-Chef Elon Musk hatte angekündigt, die Anlage binnen 100 Tagen zu errichten - ansonsten würde er sie kostenlos abgeben. Dieses Ziel erreichte der Milliardär knapp.

Der Energiespeicher sei "der Beginn einer neuen Geschichte", sagte der Regierungschef des Bundesstaates South Australia, Jay Weatherill, bei der offiziellen Inbetriebnahme am Freitag. Der Speicher soll helfen, insbesondere in den heißen Sommermonaten, wenn in Australien die meiste Energie verbraucht wird, den Strombedarf zu decken. Im vergangenen Sommer hatten extrem hohe Temperaturen wiederholt zu Stromausfällen in einigen Regionen Australiens geführt.

50 Millionen Dollar Kosten - Strom aus Windpark für 30.000 Haushalte

Tesla arbeitet mit dem Betreiber des Windparks zusammen, der französischen Firma Neoen. Erstmals werde saubere und erschwingliche Energie 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche das Stromnetz speisen, ob Wind wehe oder nicht, erklärte das Unternehmen.

Der US-Elektroautohersteller betonte, das Projekt könnte als Modell für die ganze Welt dienen. Die schnelle Umsetzung zeige, "dass eine nachhaltige Energielösung möglich ist". Die geschätzten Kosten für die Anlage gab Musk mit mindestens 50 Millionen Dollar (rund 42 Millionen Euro) an.

Australien hängt noch stark vom Kohlestrom ab und zählt zu den höchsten Pro-Kopf-Erzeugern von klimaschädlichem CO2. Mehrere alte Kohlekraftwerke sind bereits geschlossen worden; das auf dem Kontinent geförderte Erdgas wird vielfach exportiert. Nur 14 Prozent des Strom kommt derzeit aus erneuerbaren Quellen. Im Bundesstaat New South Wales ist ein Wasserkraftwerk geplant, das 500.000 Haushalte mit Strom versorgen soll.

la/AFP/dpa

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