Samstag, 19. August 2017

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Großanleger fordern Umbau der Führung Tesla-Investoren wollen Macht von Elon Musk begrenzen

Tesla-Chef Musk: "Weder persönliche noch berufliche Beziehungen" zum Frontman

Eine Gruppe mächtiger Tesla-Investoren will die Rolle von Unternehmenschef Elon Musk bei dem US-Elektroautohersteller begrenzen. Sie fordern, zwei unabhängige Mitglieder in den Verwaltungsrat von Tesla zu berufen, die "weder persönliche noch berufliche Beziehungen" zu Musk hätten.

In einem Schreiben, welches der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag, beanstanden die Großanleger, dass fünf der sieben derzeitigen Mitglieder des Gremiums derartige Verbindungen zum Firmengründer hätten. Ein "wirklich unabhängiger" Verwaltungsrat müsse aber ein "Gegengewicht" zum Unternehmenschef für den Fall sein, dass bei Tesla Börsen-Chart zeigen etwas schieflaufe.

Die Investorengruppe besteht nach eigenen Angaben unter anderem aus Rentenfonds der Stadt New York und des Bundesstaats Connecticut und hat langfristig in Aktien des Elektroautobauers angelegt. Die Gruppe fordert bis zum 24. April eine Antwort auf ihre Forderung.

Ein Tesla-Sprecher sagte zu AFP, das Unternehmen suche bereits "seit mehreren Monaten" nach unabhängigen Mitgliedern für sein Leitungsgremium. Eine Bekanntgabe von neuen Mitliedern sei "bald" zu erwarten.

Tesla hatte in dieser Woche erstmals im Börsenwert den heimischen Branchengiganten General Motors (GM) abgehängt und war zeitweise zum wertvollsten Autohersteller der USA aufgestiegen. Der Gesamtwert der Tesla-Aktien stieg zu Wochenbeginn auf mehr als 51 Milliarden Dollar. Am Mittwoch gab die Aktie im Handelsverlauf in New York allerdings etwas nach und drohten wieder unter die Marke von 300 US-Dollar zu fallen.

Vor allem die Übernahme von Solarcity durch Tesla hatte für Unmut unter Investoren gesorgt. Elon Musk war bereits vor der Übernahme des defizitären Start-ups mit 22 Prozent der Anteile größter Aktionär von Solarcity und Vorsitzender des Verwaltungsrats. Geführt wird die Firma von seinen Cousins Lyndon Rive als CEO und Peter Rive als Technikvorstand. Kritiker warfen Musk im Zuge der Übernahme "Vetternwirtschaft" vor. Durch die Übernahme könnten die Solaranlagen von Solarcity in Teslas Energiesparte eingegliedert werden, verteidigte sich Tesla. "Wir wären in der Lage, die Kernkompetenzen beider Unternehmen zu maximieren und auszubauen", schrieb das Tesla-Management im Firmen-Blog.

la/afp

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