Mittwoch, 25. Mai 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Autobahnkette will 25 Autohöfe übernehmen Tank & Rast will bei Autohöfen rechts raus

Unter Renditedruck: Der Autobahnkonzern Tank & Rast ist bei manchen Autobahnstrecken bereits Quasi-Monopolist. Nun will der Autobahnkonzern in großem Stil Autohöfe neben der Autobahn kaufen.

Die Autobahnkette Tank & Rast will massenhaft Autohöfe neben der Autobahn aufkaufen. Tank & Rast habe für mindestens 25 Autohöfe Übernahmegespräche geführt oder führe sie derzeit noch, berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 19. Februar) unter Berufung auf die Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA). Tank & Rast lehnte einen Kommentar hierzu ab.

Zu Tank & Rast gehören mit gut 340 Tankstellen und rund 390 Raststätten nahezu alle Versorgungsbetriebe direkt an der Autobahn. Dieses Quasimonopol soll nun auch auf die Autohöfe neben der Autobahn ausgeweitet werden. Diese mittelständischen Betriebe verkaufen Sprit und Schnitzel in der Regel preisgünstiger als die Tank&Rast-Betriebe an der Autobahn und ziehen damit Kundschaft ab.

In den vergangenen Jahren hat Tank & Rast bereits sieben Autohöfe erworben. Schon entstehen erste "Minimonopole", wie VEDA-Vorsitzender Alexander Ruscheinsky im manager magazin kritisiert.

Autohof-Verband will Bundeskartellamt anrufen

Beispielsweise finden sich auf der A2 bei Gütersloh auf einer Strecke von 90 Kilometern nur Betriebe der Tank & Rast. Ruscheinsky will das Bundeskartellamt anrufen, um einer weiteren Einschränkung des Wettbewerbs Einhalt zu gebieten.

Tank & Rast gehört seit 2015 einem Konsortium aus den Versicherern Allianz und Munich Re sowie dem kanadischen Pensionsfonds Omers und dem Staatsfonds Abu Dhabis. Das Konsortium hatte das 1998 privatisierte Staatsunternehmen für 3,5 Milliarden Euro von Terra Firma und der Deutsche-Bank-Tochter Rreef erworben.

Durch diesen außerordentlich hohen Kaufpreis und die nach wie vor exorbitanten Schulden von 2,2 Milliarden Euro steht der Autobahnkonzern mit zuletzt 506 Millionen Euro Umsatz (2014) weiter unter starkem Renditedruck.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der März-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
Oder stöbern Sie hier in der digitalen Ausgabe des manager magazins.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH