Dienstag, 19. Juni 2018

Fusion T-Mobile und Sprint Trumps Ex-Wahlkampfchef berät T-Mobile bei Milliarden-Fusion

Telekom-Chef Höttges, T-Mobile-Chef John Legere: Hilfe von Trumps Ex-Wahlkampfchef
DPA, Getty Images for HBO
Telekom-Chef Höttges, T-Mobile-Chef John Legere: Hilfe von Trumps Ex-Wahlkampfchef

Der frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Corey Lewandowski, berät den Mobilfunker T-Mobile US bei der geplanten Milliarden-Fusion mit dem Rivalen Sprint . Das bestätigte die Tochter der deutschen Telekom dem "Wall Street Journal" (Freitag). Die PR-Firma Turnberry Solutions, zu der Lewandowski gehöre, habe "Perspektiven" zu einer Auswahl an Themen angeboten - auch zu dem Deal mit Sprint, räumte T-Mobile demnach ein. Dem Bericht zufolge ist die Verpflichtung Teil der Lobbying-Bemühungen, die US-Kartellwächter von dem Zusammenschluss mit Sprint zu überzeugen.

Das birgt aus mehreren Gründen Brisanz: Zum einen ist die geplante Fusion der beiden Unternehmen - T-Mobile ist die Nummer drei im US-Mobilfunkmarkt, Sprint die Nummer vier - wettbewerbsrechtlich höchst umstritten und in der Vergangenheit schon einmal wegen Bedenken der US-Behörden gescheitert. Zum anderen hatten zuletzt bereits dubios anmutende Überweisungen von Großkonzernen an Trumps Anwalt Michael Cohen den Eindruck erweckt, im Umfeld des Präsidenten ließe man sich die Nähe zu diesem mitunter teuer bezahlen.

Darüber hinaus hatte Lewandowski zuvor auch noch verneint, überhaupt etwas mit der Lobbying-Firma zu tun zu haben. Aus Dokumenten, die das "Wall Street Journal" nach eigenen Angaben einsehen konnte, soll aber hervorgehen, dass Trumps früherer Wahlkampfmanager einen Anteil der Gebühren kassiert, die T-Mobile Turnberry Solutions im Rahmen des Geschäftsverhältnisses bezahlt.

Zusätzlich heikel: Der Vertrag zwischen den Unternehmen soll im August begonnen haben, aber erst am 23. Januar ins Lobbyisten-Register eingetragen worden sein - das muss laut Gesetz eigentlich spätestens nach 45 Tagen geschehen

la/dpa

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