Dienstag, 16. Oktober 2018

Masayoshi Son zieht sich zurück Softbank-Einstieg bei Swiss Re geplatzt

Sofbank-Chef Masayoshi Son: Zwei Schritte vor, einen zurück - bei Sprint Nextel klappte die Fusion mit T-Mobile US auch erst im dritten Anlauf

Was lange währt wird nicht immer gut: Fast vier Monate verhandelten der Rückversicherer Swiss Re und Softbank über eine Minderheitsbeteiligung des japanischen Technologiekonzerns bei den Schweizern. Jetzt beendeten sie die Gespräche ohne Ergebnis.

Die Aktien von Swiss Re Börsen-Chart zeigen legten gegen Mittag noch gut 0,9 Prozent zu und gehörten damit zu den Gewinnern im Schweizer Swiss Market Index (SMI). Allerdings hatten die Papiere in den vergangenen vier Wochen fast 4 Prozent an Wert verloren. Softbank-Anteile Börsen-Chart zeigen gingen zum Wochenstart unverändert aus dem Handel.

Der Munich-Re-Konkurrent will seine Technologiestrategie jetzt mit konzerneigenen Ressourcen sowie Partnerschaften verfolgen, hieß es. Dabei werde auch weiter die Zusammenarbeit mit Unternehmen des Softbank-Konzerns geprüft. Swiss Re bleibe einer Sprecherin zufolge im Hinblick auf Ankeraktionäre offen. Die Gesellschaft prüfe generell in allen Gesprächen mit Interessierten, ob eine wie auch immer gestaltete Kooperation Sinn mache.

Das Scheitern der Gespräche überrascht nicht wirklich

Dass die Gespräche nun scheiterten, ist auf den ersten Blick nicht überraschend. Bei aller Verschwiegenheit der Schweizer, das Management der Swiss Re war von Anfang an selbstbewusst in die Gespräche gegangen und Bedingungen für eine Beteiligung gestellt:

Zum einen lehnte es eine reine Finanzbeteiligung von Softbank ab, zum anderen betonte die Swiss Re sehr früh, dass sie für eine Beteiligung nicht das Kapital erhöhen werde. Swiss Re sei weiterhin sehr kapitalstark. "Die Ausgabe neuen Kapitals wird von daher nicht in Erwägung gezogen", verlautete schon Ende Februar.

Softbank-Chef Masayoshi Son hätte sich dann die Anteile auf dem freien Markt besorgen müssen. Bei einer nicht bestätigten Beteiligung von bis zu 20 Prozent hätte das für Softbank eine teure Angelegenheit werden können, betonten am Montag Analysten in der Schweiz.

Swiss Re wollte Kunden, Softbank Daten

Stefan Schürmann von der Bank Vontobel zeigte sich hingegen enttäuscht. Swiss Re hätte mit Softbank einen freundlich gesinnten Ankeraktionär an Bord geholt, den Zugang zum Boommarkt Asien verbessert und technologische Plattformen aus beiden Häusern einsetzen können. Schürmann geht davon aus, dass für Swiss Re nicht mehr viel von Softbank kommen wird.

Son und Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler hatten im Februar mitgeteilt, über eine Partnerschaft verbunden mit einer Minderheitsbeteiligung von Softbank an der Swiss Re zu sprechen. Zunächst wurde über eine 30-Prozent-Beteiligung spekuliert, später war von einem Viertel die Rede, zuletzt ging Swiss Re dann offiziell davon aus, dass sich Softbank mit höchstens 10 Prozent beteiligen und die Aktien dazu am Markt kaufen werde.

Für eine Kooperation hatte sich Swiss Re vor allem aufgrund des großen Kundenpotenzials der Firmen des japanischen Konglomerats interessiert. Softbank bekundete vor allem Interesse an den großen Datenmengen des Schweizer Rückversicherers.

Groß geworden ist Softbank als Mobilfunkanbieter, das Unternehmen agiert mittlerweile aber vermehrt als Technologie-Investor, etwa mit Beteiligungen an Alibaba oder Uber. Zuletzt hat der Konzern auch den Versicherungssektor entdeckt: Allerdings kommen der chinesische Internetversicherer ZhongAn und das US-Versicherungs-Startup Lemonade ebenfalls aus der Technologie-Ecke.

rei/mg/dpa-afx/rtr

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