Freitag, 16. November 2018

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12. Teil: Dietmar Hopps Eichbaum-Intermezzo: Per Zufall zum Brauereiretter

Unternehmer aus Versehen: Hopp ging über "Leichenwasser"

Investor: Eine Multifunktionsarena vor den Toren Mannheims, ein Fußballstadion in Sinsheim, einer der besten Golfplätze der Republik in St. Leon-Rot. SAP-Mitgründer Dietmar Hopp hat sich um seine Heimat rund um den Hauptsitz des Konzerns in Walldorf Börsen-Chart zeigen schon häufiger als Mäzen verdient gemacht. Dass er einst auch die heimische Bierkultur vor dem Austrocknen bewahrte, ist weniger bekannt.

Objekt: Hopp war jahrelang Großinvestor der 1679 gegründeten Mannheimer Bierbrauerei Eichbaum (Eichbaum, Gerstel, Karamalz). Gewollt war das Engagement indes nicht. Der Milliardär hatte eigentlich nur einem Golffreund, dem umtriebigen Unternehmer Werner Kindermann, bei dessen Investition in die Frankfurter Henninger Brauerei finanziell unter die Arme greifen wollen. Am Ende stand er allerdings allein mit der Brauerei-Gruppe da - zu der auch Eichbaum gehörte. Er sei "da so reingeschlittert" und würde zu wenig von diesem Geschäft verstehen, sagte Hopp einst in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland". Konsequenterweise hat er die Beteiligung nach der Restrukturierung an das Eichbaum-Management abgegeben.

Prestige-Faktor: Zwar wird die Biermarke Eichbaum auch schon mal als "Leichenwasser" bezeichnet, was daran liegt, dass die Brauerei ihr Wasser aus Tiefbrunnen direkt vom Betriebsgelände bezieht, das an den Mannheimer Hauptfriedhof angrenzt. Dennoch führt in Mannheim und Umgebung kaum ein Weg an der Traditionsmarke vorbei - deren Überleben Dietmar Hopp einst sicherstellte.

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