Sonntag, 19. November 2017

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Ermittlungen gegen CEO Markus Jooste wegen Bilanzfälschung Chef des Möbelherstellers Steinhoff im Visier der Justiz

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Markus Jooste, den CEO von Steinhoff. Auch der Discounter Poco gehört zu dem Ikea-Rivalen.
Steinhoff International
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Markus Jooste, den CEO von Steinhoff. Auch der Discounter Poco gehört zu dem Ikea-Rivalen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen den Vorstandschef des Möbelherstellers Steinhoff, Markus Jooste, wegen des Verdachts der Bilanzfälschung. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag, 25. August, im Handel erhältlich ist. Zudem würden ein weiterer hochrangiger Konzernmanager sowie zwei weitere Männer aus dem Umfeld des MDax-Konzerns, dem zweitgrößten europäischen Möbelhersteller hinter Ikea und Betreiber unter anderem der "Poco"-Einrichtungsmärkte, beschuldigt.

Die Staatsanwaltschaft, die bereits seit 2015 ermittelt, hegt den Verdacht, "dass überhöhte Umsatzerlöse in die Bilanzen konzernzugehöriger Gesellschaften eingeflossen sind". Hintergrund sind Verträge, die den Verkauf immaterieller Güter beziehungsweise Gesellschaftsanteile belegen. Verkäufer und Käufer waren Firmen, die dem Umfeld von Steinhoff International entstammen sollen. Es gehe bei den diversen Transaktionen um "jeweils dreistellige Millionenbeträge", so die Staatsanwaltschaft. Einen Kommentar zu den Namen der Beschuldigten lehnte sie ab. Das Steinhoff-Management ist der Auffassung, dass die konsolidierten Abschlüsse der Gruppe die Sachverhalte zutreffend reflektieren. Lesen Sie auch den großen mm-Report "Einstürzende Neubauten" über die gefährlichen Machenschaften des Steinhoff-Managements.

Bei Razzien in den Büros der Steinhoff-Europa-Zentrale in Westerstede sowie in den Privathäusern von zwei Steinhoff-Vertrauten stellten die Fahnder Dokumente sicher, die angeblich Andreas Seifert, Co-Geschäftsführer der Möbelkette XXXLutz, unterzeichnet haben soll. Seifert sagte dem manager magazin, er habe "die Papiere nie zuvor gesehen und sie nicht unterschrieben". Er stellte Strafanzeige wegen Urkundenfälschung.

Die Steinhoff-Gruppe beschäftigt mehr als 130.000 Menschen auf fünf Kontinenten. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat sich die Finanzlage des Unternehmens zunehmend verschlechtert. Die operative Gewinnmarge fiel von 11,6 auf 8,8 Prozent. Die Nettoverschuldung stieg von 2,9 auf 6,5 Milliarden Euro. In den vergangenen Monaten war der Aktienkurs Börsen-Chart zeigen bereits gesunken, am Donnerstagvormittag fiel er nach der Meldung des manager magazins über die Ermittlungen gegen Jooste um mehr als neun Prozent.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der September-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.

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