Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Wie man Innovationen erfolgreich kopiert Klauen, aber richtig - Ideendiebstahl als Erfolgsstrategie

Steve-Jobs-Denkmal in Skt. Petersburg: Der verstorbene Apple-Chef Jobs war stolz darauf, ein Dieb zu sein: "Gute Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen," zitierte er Picasso in einem Interview. "Bei Apple haben wir stets schamlos Ideen gestohlen."

Ideendiebstahl ist keine Disziplin, mit der sich Manager brüsten können. Zu Unrecht. Die besten Innovatoren sind vor allem eines: Gute Diebe. Professioneller Ideendiebstahl ist eine Kunst, die zum Fundament jeder Management-Ausbildung gehören sollte.

Die Berliner Start-up-Szene erlebt aktuell einen wahren Hype: Ob Lufthansa mit dem Innovation Hub, die Deutsche Telekom mit dem Start-up Inkubator Hubraum oder Axel Springers Plug and Play Accelerator: Die großen Konzerne zieht es dorthin, wo die innovativen Start-ups sitzen.

Doch wie innovativ sind diese Start-ups wirklich? Ein genauer Blick auf die Geschäftsmodelle wirft Fragen auf: Ist das wirklich neu? Oder erinnern viele der hochgelobten Geschäftsmodelle nicht am Ende doch an den alten Hit der Prinzen: "Denn das ist alles nur geklaut..."?

Wer Innovationen mit Erfindungen, die die Welt revolutionieren, gleichsetzt, wird bei vielen aktuell gehypten Start-ups zwangsläufig gähnen: Was ist Apparently Different unter den Fittichen von Axel Springer anderes als das klassische Modegeschäft mit Online-Anbindung?

Schon tausendmal gesehen, das Innendesign gefühlt sogar schon bei Ikea. Relayr, eine Plattform für das Internet der Dinge, ist - grob betrachtet - so einzigartig wie eine Eiche im Wald. Von ThingSpeak über Carriotts bis hin zu Gadgetkeeper gibt es unzählige Plattformen dieser Art. Und bei Flexperto, einem von der Telekom geförderten Online-Beratungstool für Kunden, ertönt der Prinzen-Hit lauter als bei allen anderen: Online-Terminbuchung, Online-Beratung, Online-Bezahlung und eine Online-Kundenkartei - ist davon irgendetwas neu?

Innovatoren sind vor allem eines: Geniale Diebe

Jens-Uwe Meyer
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    Dr. Jens-Uwe Meyer ist Geschäftsführer der Innolytics GmbH. Mit neun Büchern (u.a. "Radikale Innovation", "Digitale Disruption") und mehr als 100 Fachartikeln ist er einer der engagiertesten Innovationsvordenker im deutschsprachigen Raum. Er berät mittelständische Unternehmen und Konzerne.
  • www.jens-uwe-meyer.de
Innovatoren sind häufig nicht die genialen Tüftler und Erfinder, die man sich in romantischen Fantasien vorstellt. Ihre Hauptfähigkeit besteht darin, das Beste zu stehlen, was es gibt, und daraus etwas Neues zu machen. Der wahrscheinlich bekannteste Dieb der Industriegeschichte war Thomas Alva Edison, der Erfinder des elektrischen Lichts. Und er gab es auch noch offen zu: "Ich bin ein guter Schwamm, denn ich sauge Ideen auf und mache sie dann nutzbar."

Edison setzte noch einen drauf: "Ideen müssen nur in Bezug auf das zu lösende Problem neu sein." Nicht einmal das Konzept der Glühbirne, mit der Edison heute assoziiert wird, stammte von ihm. Wilhelm Göbel, ein deutscher Einwanderer, hatte schon mehr als zwei Jahrzehnte vor Edison an der Glühbirne gearbeitet. Obwohl es rechtlich nie einwandfrei geklärt wurde, gehen Historiker heute davon aus, dass Edison das Konzept einfach geklaut hat.

Auch der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs war stolz darauf, ein Dieb zu sein: "Gute Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen," zitierte er Picasso in einem Interview. "Bei Apple haben wir stets schamlos Ideen gestohlen." Das Silicon Valley ist ohnehin ein Ort, an dem an jeder Ecke Ideendiebe lauern. Als die meisten Computer noch aus grüner Schrift bestanden, hatte Xerox das Konzept eines grafischen Desktops entwickelt. Apple Börsen-Chart zeigen klaute das Konzept bei Xerox Börsen-Chart zeigen. Microsoft Börsen-Chart zeigen rächte sich und klaute bei Apple. Der Rest ist Geschichte.

Harvard Professor Clayton M. Christensen beschrieb 2009 im Harvard Business Review sechs sogenannte "Entdeckerfähigkeiten" erfolgreicher Innovatoren. Raten Sie, was auf Platz 1 steht? Assoziieren - die Fähigkeit, Fragen, Probleme und Ideen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander zu verbinden. Man könnte es anders sagen: klauen.

Hinter vorgehaltener Hand werden Sie an dieser Stelle vielleicht sagen: "Hüstel. Hüstel. Das tun wir auch ab und zu." Aber klauen Sie auch richtig? Klauen Sie das Beste, was der Markt zu bieten hat? Oder geben Sie sich mit dem zufrieden, was Sie gerade zufällig sehen?

Diese Anleitung hilft Ihnen einzuschätzen, wie professionell Sie aktuell in der Disziplin Ideendiebstahl sind. Drei Dinge unterscheiden die Profis von den Amateuren:

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