Dienstag, 23. Oktober 2018

Neue Aufsichtsräte - Lehren aus dem Fall Stada Ein Konzernputsch, der hoffentlich Nachahmer findet

Aktionistische Aktionäre haben Stada binnen Kürze dazu gebracht, Veränderungen im Aufsichtsrat umfassend und schnell umzusetzen

2. Teil: Die Folgen für andere Aktiengesellschaften

Bemerkenswert ist zudem das Tempo, mit dem die Veränderungen auf den Weg gebracht wurden. Innerhalb von zwei Monaten wurde umgesetzt, wofür das Unternehmen sich ursprünglich zwei Jahre hatte Zeit nehmen wollen - ein Beleg dafür, was berechtigter "Druck" durch Aktionäre zu bewegen vermag!

Schließlich hat Stada im Rahmen der Neuordnung auch noch die den Aufsichtsrat betreffende Governance verbessert: Im Unternehmen gibt es nun auch ein Anforderungsprofil für Aufsichtsräte, eine professionelle Kandidatensuche und sogar einen Nominierungsausschuss - über dessen Wirken im Neubesetzungsprozess wie selbstverständlich berichtet wird.

Im jüngsten Jahresabschluss las sich das noch ganz anders: Ein Nominierungsausschuss sei "strukturell entbehrlich", verlautbarte das Unternehmen - und berichtete in seiner Entsprechenserklärung diese Abweichung von den Empfehlungen des DCGK. Aktive Aktionäre haben bei in kurzer Zeit wirklich viel bewegt. Die aktiven Aktionäre, die das in Bewegung gesetzt haben, haben nicht nur dem Unternehmen, sondern auch dem deutschen Kapitalmarkt einen großen Dienst erwiesen. Denn die Konsequenz liegt auf der Hand: Die Sensibilität für das wohlverstandene Interesse der Aktionäre wird wachsen - gerade in Aufsichtsräten, die bisher nicht gerade durch eine aktionärsfreundliche Governance aufgefallen sind.


Thorsten Grenz ist Präsident der Financial Experts Association e.V. und Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.


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