Montag, 22. Mai 2017

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Die Caterer und das Bierpreis-Ranking der Bundesliga Die Köche der Fußball-Fans

"Büdchen" in Köln: Bis 2024 wird hier der Großcaterer Aramark die Fans versorgen
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"Büdchen" in Köln: Bis 2024 wird hier der Großcaterer Aramark die Fans versorgen

Mehr als 50 Catering-Dienstleister stillen jedes Wochenende Hunger und Durst Hunderttausender Fußballfans in den Stadien der 36 Erst- und Zweitligisten. Zwei Großcaterer dominieren das Geschäft.

Es ist eher ungewöhnlich, was die SpVgg Greuther Fürth und der Karlsruher SC zum Jahresende vornahmen. Sie wechselten mitten in der Saison ihre Catering-Dienstleister - und zwar für Speisen und Getränke sowohl im Public- als auch im VIP-Bereich. Der KSC trennte sich von seinem regionalen Caterer Fetscher Event and Marketing zugunsten des Großcaterers Food Affairs.

Die Spielvereinigung Greuther Fürth unternahm den umgekehrten Weg, verabschiedete sich nach einer fast zehnjährigen Zusammenarbeit von Aramark und wird seit Jahresbeginn von El Paradiso Catering bewirtet, einem regionalen Dienstleister aus Nürnberg.

Bemerkenswert ist auch, dass sich die Fürther und El Paradiso direkt auf einen Zehnjahresvertrag bis Sommer 2027 einigen konnten. Dies dürfte mit dem aktuellen Umbau des Sportparks Ronhof Thomas Sommer zusammenhängen. El Paradiso kann so von Beginn an in die Planung und Einrichtung der Catering-Bereiche eingebunden werden. Da ist es sinnvoll, wenn das Unternehmen die Flächen auch langfristig bewirtschaften kann.

Das kostet ein Stadion-Gedeck: Das Bierpreis-Ranking der Bundesliga

Trotz eines Kontrakts für ein Jahrzehnt rangieren die Fürther im Vergleich der 36 Erst- und Zweitligisten mit den längsten Catering-Verträgen (siehe nachfolgende Tabelle) nur auf dem zweiten Rang. Die Spitze besetzt wie in der Vorsaison Bayer 04 Leverkusen mit der Bayer Gastronomie, einem konzerneigenen Caterer der Bayer AG (bis 2028/29).

Clubs mit den längsten Cateringverträgen (Saison 2016/17)
Club Caterer Laufzeit (Ende)
Bayer 04 Leverkusen Bayer Gastronomie (Public) 2028/29
SpVgg Greuther Fürth El Paradiso Catering (Public/VIP) 2026/27
1. FC Nürnberg Aramark (Public/VIP) 2024/25
1. FC Köln Aramark (Public) 2023/24
FC Augsburg LEW Service und Consulting (Public/VIP) 2023/24
SV Werder Bremen Food Affairs (Public/VIP) 2023/24
FC St. Pauli Förde Show Concept 2022/23
1. FSV Mainz 05 Gaul’s Catering (Public/VIP) 2020/21
VfB Stuttgart Aramark (Public/VIP) 2020/21
Sortierung absteigend nach Vertragsende
Quellen: Angaben der Clubs, SPONSORs 2/17

Auch nach dem Wechsel in Fürth ist Aramark nach wie vor Marktführer in den deutschen Stadien. Bei neun Clubs schenkt der Großgastronom aus Neu-Isenburg Bier aus und bereitet Bratwurst zu (siehe nachfolgende Tabelle). Hinzu kommt ein seit Sommer modifizierter Vertrag mit Borussia Dortmund.

Top-Caterer1 im Profifußball (Saison 2016/17)
Caterer Anzahl der Clubs Clubs
Aramark 9 1. FC Köln, 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf, Hamburger SV, Hertha BSC, VfB Stuttgart, VfL Bochum
Food Affairs 4 1. FC Heidenheim, Karlsruher SC, SV Werder Bremen, TSG 1899 Hoffenheim
Arena One/Do&Co 2 FC Bayern München, TSV 1860 München
Volkswagen Service Factory 2 Eintracht Braunschweig, VfL Wolfsburg
1Caterer (VIP- und/oder Public-Bereich) mit mehr als einem Verein in der Bundesliga und 2. Bundesliga
Quellen: Angaben der Clubs, SPONSORs 2/17

Ursprünglich hatte der Bundesligist im Jahr 2014 die Tochtergesellschaft BVB Event & Catering gegründet, mit der Idee, das Stadioncatering künftig in Eigenregie umzusetzen.

Dazu kam es auch. Allerdings verkündeten die Schwarz-Gelben dann im Juni vergangenen Jahres, dass sie nicht komplett auf ihren bisherigen Caterer verzichten würden. Seitdem setzt Aramark bei den Heimspielen in und um den Signal- Iduna-Park bis zu 180 mobile Verkaufseinheiten und Läufer ein. Für die Bewirtschaftung der Kioske und der Hospitality-Bereiche stellt der Dienstleister dem BVB zudem bis zu 800 Mitarbeiter zur Verfügung.

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Heft Mai 2017

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Einer der weltweit größten Aramark- Konkurrenten im Sportstätten-Catering konnte derweil seit Sommer seine Marktpräsenz im deutschen Fußball ausbauen: Food Affairs (ehemals Eurest Sports & Food).

Nach mehreren Spielzeiten mit nur zwei Partnerschaften (TSG 1899 Hoffenheim, SV Werder Bremen) band der zur englischen Compass Group gehörende Stadioncaterer schon im Sommer 2015 mit dem 1. FC Heidenheim vertraglich einen dritten Club. Vor wenigen Monaten kam dann der Karlsruher SC als vierter Verein hinzu. Im Sommer 2017 könnten weitere Clubs hinzukommen - nicht zuletzt, weil Catering-Verträge bei Vereinen mit konsumfreudigen Fans wie dem Hamburger SV und Hertha BSC auslaufen.

Wie in den Vorjahren konnte sich auch diesmal die Eigenbewirtschaftung nicht durchsetzen. Zurzeit bewirten neben Borussia Dortmund nur der 1. FC Kaiserslautern, der FC Schalke 04 und Union Berlin ihre Fans bei den Heimspielen selbst. Bei den Werksclubs Bayer 04 und VfL Wolfsburg übernehmen dies die konzerneigenen Caterer der Bayer AG und von Volkswagen. Der FC Ingolstadt 04 verabschiedete sich im Sommer sogar von der Eigenbewirtschaftung (Ingolstädter Sportparkgastronomie) und schloss einen Vierjahresvertrag mit dem regionalen Caterer Stiftl & Söhne.

Diesen Text veröffentlichten wir mit freundlicher Genehmigung von SPONSORs, dem Fachmagazin für Sport-Business. Erschienen in der Februar-Ausgabe von SPONSORs.

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