Donnerstag, 21. Februar 2019

Regulierungsbehörde gibt grünes Licht Softbanks Mobilfunktochter geht im Dezember an die Börse

Masayoshi Son, Gründer und CEO der Softbank Group, plant Börsengang für Mobilfunksparte

Es dürfte einer der größten Börsengänge in der Geschichte Japans werden: Der japanische Technologieriese Softbank Börsen-Chart zeigen bringt seine Mobilfunktochter im Dezember an die Börse. Anbieten werde die Tochter namens Softbank Corp 1,6 Milliarden Aktien zu einem Stückpreis von 1500 Yen, teilte der Konzern am Montag mit. Damit könnte Softbank umgerechnet 18 Milliarden Euro einnehmen - der Börsengang wäre damit auch einer der größten in der Technologiebranche überhaupt.

Am Montag hatte die Regulierungsbehörde dem IPO an der Tokioter Börse zugestimmt und somit den Plänen von Softbank grünes Licht gegeben. Der Mutterkonzern Softbank Group plant jedoch, zunächst weiterhin 66,5 Prozent an der Mobilfunksparte zu halten.

Der Softbank-Börsengang markiert den Übergang des einstigen japanischen Mobilfunkanbieters zu einem global agierenden Technologie-Investor. Diesem Ziel soll auch das durch den Börsengang eingenommene Kapital dienen. Softbank hofft auf hohe Einnahmen für den Umbau hin zu einer Investmentfirma. Am Montag hieß es zudem, der Börsengang von Softbank Corp werde auch dabei helfen, die Rollen des Mutterkonzerns und seiner Mobilfunktochter zu schärfen. Während Softbank seine "Investitionen auf globaler Ebene" beschleunigen werde, werde sich die Tochter um das Kerngeschäft der Telekommunikation kümmern, erklärte der Konzern. Softbank werde nach dem Börsengang aber noch gut 63 Prozent seiner Mobilfunk-Tochter halten.

Experten der Ratingagentur S&P erklärten, der geplante Börsengang unterstreiche den "Übergang von Softbank hin zu einer Investment Holding". Er wäre zudem einer der größten Börsengänge eines japanischen Unternehmens in den vergangenen Jahrzehnten. Eine ähnlich große Summe hatte zuletzt der Börsengang des Telekommunikationskonzerns NTT Börsen-Chart zeigen im Jahr 1987 eingebracht. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits vor einiger Zeit berichtet, dass Die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Nomura, Mizuho Financial und Sumitomo Mitsui als Investmentbanken die Emission organisieren sollen.


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Softbank war 1981 als Softwareanbieter gegründet worden. Der Gründer Masayoshi Son investiert mittlerweile aggressiv und umfangreich in neue Technologien. 1994 ging das Unternehmen an die Börse. 2006 kaufte Softbank das Geschäft des britischen Mobilfunkanbieters Vodafone Börsen-Chart zeigen in Japan. Dem Konzern gehört auch die Mehrheit am US-Mobilfunkanbieter Sprint. Anteile besitzt Softbank zudem an Robotikfirmen wie Aldebaran oder Boston Dynamics, dem Konzern gehört der Halbleiterhersteller ARM, und er ist größter Aktionär des chinesischen Onlineriesen Alibaba. Im Dezember kündigte Softbank den Einstieg beim US-Fahrdienstvermittler Uber an. Der Investmentfonds von Softbank, Softbank Vision Fund, verfügt über fast 100 Milliarden Dollar.

rtr/AFP/dpa/akn

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