Montag, 27. Juni 2016

Samwer baut um Rocket Internet verkauft Essenslieferdienste in vier Ländern

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer: Essenslieferungen sind derzeit die heißeste Wette des Konzern - dennoch trennt sich Rocket von einigen Diensten in Spanien, Italien, Mexiko und Brasilien

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet verkleinert sich: Vier Essenslieferdienste werden an einen britischen Konkurrenten verkauft.

Rocket Internet baut weiter um: Die Berliner Start-up-Fabrik verkauft vier Essenslieferdienste in Südeuropa und Lateinamerika für 125 Millionen Euro an die britische Lieferplattform JustEat. Der Verkauf der Plattformen in Spanien, Italien, Mexiko und Brasilien verringere die Komplexität seines Unternehmens, sagte Rocket-Chef Oliver Samwer laut Mitteilung.

Zu Rocket gehören mehr als 30 Start-ups weltweit - darunter die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing sowie der Wohnungsvermittler und Airbnb-Konkurrent Wimdu, die allesamt Verluste machen.

Eigentlich sind Essenslieferplattformen die heißeste Wette, die der Tech-Konzern derzeit am Laufen hat. Im vergangenen Jahr versuchte Samwer den Kochboxenversender HelloFresh zu einer Milliardenbewertung an die Börse zu bringen. Für eine Beteiligung an der Lieferplattform Delivery Hero, die in Deutschland Lieferheld und Pizza.de betreibt, zahlte Rocket knapp 500 Millionen Euro.

Laut Samwer bleiben die Liefer-App-Dienste weiter im Fokus von Rocket. Die Plattformen, die an den Konkurrenten JustEat gehen, seien aber keine Marktführer in ihren Ländern und würden deshalb verkauft. Teilweise waren es eigene Beteiligungen von Rocket, teilweise gehörten sie zu den Rocket-Beteiligungen Foodpanda und Delivery Hero.

Die Aktie des zuletzt stark gebeutelten Start-up-Konzerns reagierte positiv auf den Verkauf und stieg am Morgen um mehr als fünf Prozent auf etwas mehr als 20 Euro. Dies ist allerdings gerade die Hälfte des Ausgabepreises bei Rockets Börsengang im Oktober 2014.

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