Montag, 15. Oktober 2018

Niederlande Ryanair zieht gegen Pilotenstreik vor Gericht

Ryanair-Check-in: Am morgigen Freitag wollen die Ryanair-Piloten in vielen europäischen Ländern streiken - auch in Deutschland

Die irische Fluggesellschaft Ryanair will mit einer einstweiligen Verfügung einen Streik der Piloten in den Niederlanden verhindern. Ein Gericht in Haarlem sollte noch am Donnerstag über die Klage entscheiden. Die irische Billigfluggesellschaft will ein Streikverbot für die gesamte Sommerperiode erreichen.

Die Pilotengewerkschaft VNV kündigte am Mittwochabend an, die in den Niederlanden ansässigen Piloten würden am 10. August für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen. Damit schlossen sich die Niederländer dem Streik ihrer Kollegen in Deutschland und anderen europäischen Ländern an. "Dieser europäische Pilotenstreik sollte ein Weckruf für das Ryanair-Management sein", erklärte die Gewerkschaft.

Am Mittwochmorgen hatten auch die deutschen Ryanair-Piloten eine Beteiligung an dem 24-stündigen Ausstand angekündigt. Dadurch fallen allein in Deutschland 250 Verbindungen aus. Die Piloten in Baden-Baden werden sich nach Unternehmensangaben als einzige nicht an dem Streik beteiligen.

Betroffene Passagiere können kostenlos umbuchen oder sich ihren Flug erstatten lassen. Weitere Entschädigungen neben dem Ticketpreis oder einem Ersatzflug lehnt Ryanair Börsen-Chart zeigen ab, weil die Streiks nicht in der Macht der Gesellschaft lägen. Zu dieser Frage streben einige Flugrechteportale eine Musterklage an.

Ausstände der Piloten sind auch in Belgien, Irland und Schweden geplant. Europaweit hat Ryanair rund 400 Flüge abgesagt. Die Mitarbeiter fordern höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.

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Bild: REUTERS

In Deutschland will Ryanair keine rechtlichen Schritte gegen den Pilotenstreik einlegen. "Wir erkennen an, dass Menschen ein Recht zu streiken haben", sagte Ryanair-Manager Peter Bellew. Ziel sei es, bei den Tarifverhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen. "Das wird etwas Zeit dauern", sagte Ryanair-Vertriebschef Kenny Jacobs. Er hoffe, dass man bis Weihnachten einen Abschluss erziele.

Erst nach massiven Druck hatte Ryanair im Dezember erstmals in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte Gewerkschaften anerkannt. Diese beklagen schon lange eine vergleichsweise schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen, was das Unternehmen zurückweist.

mg/dpa-afx, rtr, afp

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