Montag, 20. August 2018

O'Leary erhöht den Druck Ryanair-Chef will Passagiere nicht entschädigen

Ryanair-Chef Michael O'Leary droht mit Stellenabbau und will Passagier für die Flugausfälle im Zuge des Streiks nicht entschädigen

Ryanair-Chef Michael O'Leary erhöht den Druck auf streikende Mitarbeiter: Denn der irische Billigflieger will seine Passagiere nicht für Flugausfälle und -verspätungen infolge des aktuellen Streiks entschädigen. Aufgrund der "außergewöhnlichen Umstände" werde sie nichts bezahlen, teilte Europas größte Billig-Airline am Donnerstag mit.

Nach EU-Recht ist laut Ryanair keine Entschädigung fällig, wenn "die Gewerkschaft unangemessen und völlig außerhalb der Kontrolle der Fluggesellschaft handelt". Ob dem so ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Mit der Begründung versucht O'Leary aber den berechtigten Unmut Zehntausender Fluggäste auf die Beschäftigten umzuleiten. Fluggasthelfer-Portale kritisierten daher die die Haltung der Airline auch als inakzeptabel.

Schon am Mittwoch machte der Selfmade-Milliardär deutlich, was er von gewerkschaftlicher Mitbestimmung und Streiks hält. Wegen der Streiks seien die Posten von mehr als 100 Piloten und 200 Flugbegleitern bei der Flotte in Dublin in Gefahr, warnte das Management.

Das Kabinenpersonal des irischen Billigfliegers Ryanair setzte indes am Donnerstag unbeirrt seinen zweitägigen Ausstand für bessere Löhne und Sozialverhältnisse fort. Dabei sollten erneut zahlreiche Flüge von und nach Spanien, Belgien und Portugal ausfallen.

Allein am Brüsseler Flughafen wurden am Donnerstag 22 der 40 Flugverbindungen gestrichen, sagte eine Sprecherin. Rund 4200 Passagiere konnten ihre Reise nicht antreten oder mussten auf einen anderen Flug umbuchen.


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Reisende, die mit Ryanair von Belgien aus nach Deutschland oder anders herum fliegen wollten, traf es nicht. Die vier angesetzten Flüge zwischen Brüssel und Berlin-Schönefeld sollten wie geplant stattfinden, wie ein Sprecher des Flughafens Schönefeld sagte.

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Bild: REUTERS

Bereits am Mittwoch hatte der Ausstand mitten in der Ferienzeit bei vielen Reisenden für Unmut gesorgt. Ärger herrschte vor allem wegen der kurzfristigen Streichung Dutzender Flüge in Italien, speziell in Bergamo und Pisa. Insgesamt ließ Europas größte Billig-Airline wegen der fehlenden Flugbegleiter europaweit um die 500 Verbindungen ausfallen, Zehntausende Passagiere waren betroffen.

Die deutschen Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter haben bislang keinen Arbeitskampf bei Ryanair ausgerufen. Bei der Vereinigung Cockpit läuft aber eine Urabstimmung bis Ende Juli. Die Gewerkschaften stimmen sich auf europäischer Ebene ab und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne bei Europas größtem Billigflieger ein. Streiks gab es bereits in Portugal und Irland.

rei/dpa-afx

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