Sonntag, 31. Juli 2016

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Einstieg vor IPO Rockets Drehbuch für den Börsengang

Rocket Internet / Zalando: Die Geldgeber - und die Risiken
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Mart Klein für manager magazin

Wer das Drehbuch für den mutmaßlich anstehenden Börsengang von Rocket Internet geschrieben hat, der hat irgendwie kopiert. Und wo? Nicht ganz überraschend in den USA.

Hamburg - Als prominente US-Startups wie Facebook, Zynga, Linkedin oder Groupon an die US-Börse Nasdaq strebten, war das Schema wie folgt.

Erstens: Alle gingen im Umfeld des dicksten Dampfers an die Börse. Damals war das Facebook. Die kleineren, aber ebenfalls gehypten Startups lauerten auf den Börsengang des Jahrzehnts, den von Facebook. Onlinespielehersteller Zynga, Karrierenetzwerk Linkedin und Gutscheinanbieter Groupon huschten noch vor dem weltweit größten Onlinenetzwerk an die Börse.

Eine Begründung, etwa für Linkedin, lieferte damals eine mit den Vorgängen vertraute Person anonym. "Wenn Facebook vor Linkedin an die Börse gehen würde, glauben sie, dass dann noch irgendwer Linkedin viel Aufmerksamkeit schenken würde?"

Zweitens: Zeitnah vor den erwarteten Börsengängen der genannten US-Unternehmen kauften sich Investoren noch fix in das eine oder andere prominente Startup ein. Die Bewertungen schnellten nach oben, markierten quasi vorab eine Hausnummer. Die Investoren zahlten viel Geld, erhielten rund 10 Prozent der Anteile und ihr Risiko galt als überschaubar.

Bei US-Startups galt zum Beispiel das Investment des russischen Kapitalgebers Digital Sky Technologies (DST) als sicheres Zeichen, dass die Unternehmen baldige Börsenkandidaten sind. Denn DST investierte nach eigenem Bekunden nur in Unternehmen, die börsenreif sind. Lediglich Linkedins Erstnotiz folgte, ohne dass vorab noch mal Geld floss.

Drittens: Die so genannten "Finanzkreise" konnten Wirtschaftsmedien - natürlich vertraulich - berichten, dass die Unternehmen in den kommenden Monaten aufs Parkett wollen. Es wurden mögliche Emissionsvolumina und Unternehmensbewertungen durchgestochen.

Facebook und Co. - Blaupause für Rockets Weg an die Börse

Vor dem Facebook-Börsengang konnte man quasi im Wochenrhythmus darauf setzen, das Unternehmen XY bereit ist und Fantastilliarden wert ist. Auf viele wirklich wichtige Kennziffern wie Gewinn, Cash Flow, Wachstumsentwicklung, Kosten, gegebenenfalls Nutzer- oder Kundenentwicklung sowie eine realistische Risikobewertung mussten potenzielle Investoren in der Regel bis zum Börsenprospekt warten.

Viertens: Und auch das gehörte zum Drehbuch, mussten sich die jeweiligen Protagonisten medial repräsentabel und den Investoren als absolut seriös und natürlich erfolgreich darstellen. Damit ist nicht die klassische Roadshow gemeint. Es geht also eher um die Roadshow vor der eigentlichen Werbetour bei Investoren.

Sollten Sie nun die eine oder andere Parallele zu den Börsenplänen, insbesondere zu denen von Rocket Internet wiedererkennen, dann liegen Sie richtig. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Bei den Brüdern Oliver, Mark und Alexander Samwer geht alles mal wieder ein bisschen schneller als bei anderen Unternehmern.

Im aktuellen Fall sieht die Ausgangssituation wie folgt aus …

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