Sonntag, 24. September 2017

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Hohe Abschreibungen 617 Millionen Euro Verlust - Rocket Internet stürzt ab

Rocket-CEO Oliver Samwer: Dass Rocket in 6 Monaten mehr als eine halbe Milliarde Euro verbrannt hat, bringt ihn nicht aus der Ruhe. Er hält am Ziel fest, bis Ende 2017 drei Beteiligungen in die schwarzen Zahlen zu bringen
Youtube / HORIZONTnet
Rocket-CEO Oliver Samwer: Dass Rocket in 6 Monaten mehr als eine halbe Milliarde Euro verbrannt hat, bringt ihn nicht aus der Ruhe. Er hält am Ziel fest, bis Ende 2017 drei Beteiligungen in die schwarzen Zahlen zu bringen

Erneut schlechte Nachrichten für die Samwer-Brüder und ihre Investoren: Die Start-up-Fabrik Rocket Internet Börsen-Chart zeigen ist vor allem wegen Wertberichtigungen bei mehreren Modehändlern tief ins Minus gerutscht. Im ersten Halbjahr gab es einen Verlust von 617 Millionen Euro, wie das Berliner Unternehmen in der Nacht zum Freitag mitteilte.

Anleger verlieren die Geduld. Die Aktie verlor am Freitag zeitweise mehr als 10 Prozent an Wert. Seit ihrem Börsengang vor knapp 2 Jahren, als das Papier im Oktober 2014 zu 42,50 Euro ausgegeben wurde, hat sich die Aktie von Rocket Internet Börsen-Chart zeigen mehr als halbiert. Seit ihrem Hoch im Frühjahr 2015, als die Aktie kurzzeitig bis auf 56 Euro stieg, hat Rocket Internet mehr als 70 Prozent seines Börsenwertes verloren. Unter dem Kurssturz leiden auch Großinvestoren wie United-Internet-Chef Ralph Dommermuth, die bei Rocket Internet eingestiegen sind.

383 Millionen Euro Abschreibungen auf Global Fashion Group

Die Global Fashion Group habe die Bilanz mit 383 Millionen Euro belastet. Die Bewertung des Bereichs war bei der im April gestarteten Finanzierungsrunde von 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf eine Milliarde Euro gesunken.

Rocket Internet hält Beteiligungen an Online-Firmen, mit dem Fokus auf Online-Handel (Zalando ) sowie Essenszustellung (Delivery Hero, Hello Fresh). Rocket-Chef Oliver Samwer bekräftigte auch nach dem Halbjahresverlust das Ziel, bis Ende 2017 drei Beteiligungen operativ profitabel zu machen. Bisher schreiben sie allesamt rote Zahlen. Samwer betont, im Online-Handel seien Anfangsjahre mit hohen Investitionen und Verlusten nötig. Erst vor wenigen Tagen hatte Manager Magazin überteure Kredite des Essens-Lieferdienstes Delivery Hero berichtet.

Der Halbjahresumsatz der Rocket-Holding, bei der unter anderem Verwaltungsaufgaben liegen, fiel im Jahresvergleich von 71 auf 29 Millionen Euro.

Großer Teil der Verluste geht auf weitere Abschreibungen zurück

Woher die übrigen Verluste stammen wollen Kimpel und Konzernchef Oliver Samwer am 22. September bei der Vorlage der kompletten Halbjahresbilanz erklären.

Ein "signifikanter Teil" der übrigen Verluste in dreistelliger Millionenhöhe gehe auf das Konto weiterer Wertminderungen.

Wie hoch das operative Minus ist, verriet Kimpel nicht. Wie Samwer bekräftigte auch der Finanzchef das Ziel, bis Ende 2017 drei Beteiligungen operativ - also vor Steuern und Zinsen profitabel zu machen. "Daran halten wir fest", sagte Kimpel.

Rocket Internet: Aktionäre verlieren die Geduld mit Samwers Babies

la/reuters/dpa

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