Montag, 23. Oktober 2017

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Quartalsverlust Preiskampf bringt Ryanair in Turbulenzen

Ryanair-Chef O'Leary: Rückschläge nach Jahren des Höhenflugs

Ryanair hat im dritten Quartal ein deutliches Minus eingeflogen. Der Preiskampf bei Tickets setzte Europas größtem Billigflieger zu. Das Schlimmste könnte jedoch bereits überstanden sein.

Dublin - Der Preiskampf in Europas Luftfahrt macht Ryanair zu schaffen. Europas größter Billigflieger rutschte zwischen Oktober und Dezember in die roten Zahlen, nachdem er mit billigeren Tickets mehr Kunden in seine Flugzeuge gelockt hatte. Dennoch sieht Unternehmenschef Michael O'Leary das jüngst gesenkte Gewinnziel für das Geschäftsjahr bis Ende März nicht in Gefahr. Auch die Nachfrage für die kommenden Monate sehe gut aus, sagte der Manager bei der Vorlage der Quartalszahlen.

Die Aktie von Ryanair Börsen-Chart zeigen setzte nach den Neuigkeiten zum Höhenflug an. Zuletzt lag das Papier an der Londoner Börse mit 5,1 Prozent im Plus. Commerzbank-Analyst Johannes Braun hob die verbesserten Aussichten für die kommenden Monate hervor. Der Verfall der Ticketpreise sei offenbar gestoppt.

Im dritten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember machte der harte Wettbewerb im europäischen Luftverkehr den Iren allerdings spürbar zu schaffen. Unter dem Strich flog Ryanair einen Verlust von 35,2 Millionen Euro ein, der damit etwas höher ausfiel als von Analysten erwartet. Ein Jahr zuvor hatte Europas größter Billigflieger noch einen Gewinn von 18,1 Millionen Euro erwirtschaftet.

Zwar stieg die Zahl der Fluggäste im Quartal auch dank vermehrter Schnäppchenangebote um 6 Prozent auf 18,3 Millionen. Der Umsatz fiel mit 964 Millionen Euro jedoch etwas niedriger als ein Jahr zuvor, da die Tickets im Schnitt 9 Prozent billiger über den Tisch gingen. Zudem stiegen die Treibstoffkosten um knapp ein Zehntel auf fast 455 Millionen Euro, und das schwache britische Pfund drückte aufs Ergebnis.

Gewinnziel im Blick

Nachdem O'Leary seine frühere Gewinnprognose von 570 Millionen Euro im Herbst gekappt hatte, sieht er sein neues Ziel durch die jüngste Entwicklung nicht in Gefahr. So soll Ryanair im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März weiterhin einen Profit von 500 bis 520 Millionen Euro einfliegen.

Etwas Rückenwind erwartet der Manager bei den Ticketpreisen. Sie sollen in der Zeit von Januar bis März im Schnitt nur acht Prozent niedriger ausfallen als ein Jahr zuvor. Im Herbst hatte Ryanair noch mit einem Rückgang um 10 Prozent gerechnet. Auch für die folgenden Monate zeichnet sich laut O'Leary eine bessere Nachfrage ab. Für die Zeit ab April hätten bereits deutlich mehr Kunden Tickets gebucht, als dies vor einem Jahr der Fall gewesen sei. Dies gelte auch noch, wenn man den Schub durch den späten Ostertermin 2014 herausrechne.

Nach Jahren des Höhenflugs hatte Ryanair in den vergangenen Monaten einige Rückschläge hinnehmen müssen und danach unter anderem den Service verbessert. So wurden die Gepäckbestimmungen gelockert, und seit diesem Wochenende gibt es auch reservierte Sitzplätze an Bord. Im Oktober war O'Leary beim Kurznachrichtendienst Twitter mit Kritik am Service der Fluglinie und Beschimpfungen überschüttet worden.

ts/dpa-afx

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