Sonntag, 26. Juni 2016

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Konzerne investieren ins Fußballgeschäft Puma und Signal Iduna steigen beim BVB ein - Evonik will aufstocken

Fußball-Star Marco Reus: Medien spekulieren über einen Abschied des Leistungsträgers aus Dortmund - das nun eingesammelte Geld könnte ihn vom Bleiben überzeugen

Die Bundesliga wird mehr und mehr zu einem Investitionsfeld für Großkonzerne. Borussia Dortmund holt mit einer 114 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung neue Investoren an Bord. Stars und Schulden stehen nun im Fokus.

Dortmund - Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen erschließt im Zweikampf mit dem FC Bayern München neue Geldquellen. Der westfälische Fußball-Bundesligist will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung 114,4 Millionen Euro von Investoren einsammeln. Der Sportausrüster Puma Börsen-Chart zeigen, der Versicherer Signal Iduna und der Spezialchemiekonzern Evonik Börsen-Chart zeigen seien bereit, größere Aktienpakete zu übernehmen, gab der einzige börsennotierte deutsche Proficlub am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung für die Börse bekannt.

Damit wandelt der Revierclub auf den Spuren des FC Bayern. Beim deutschen Rekordmeister halten in Adidas Börsen-Chart zeigen, Allianz Börsen-Chart zeigen und Audi Börsen-Chart zeigen drei Unternehmen zu gleichen Teilen insgesamt 25 Prozent der Anteile.

Wie erwartet nutzt der BVB das gesamte von der Hauptversammlung genehmigte Kapital und gibt insgesamt 24,6 Millionen neue Aktien aus. Vor rund zwei Monaten hatte der Spezialchemiekonzern und Hauptsponsor Evonik bereits rund neun Prozent der Aktien übernommen und dem Vizemeister der vergangenen Saison rund 26 Millionen Euro in die Kassen gespült.

Westfalenstadion heißt bis 2026 Signal-Iduna-Park

Ein Großteil des Ermissionserlöses soll in die Schuldentilgung fließen. "Die Gesellschaft beabsichtigt, den erwarteteten Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 114,4 Millionen Euro in einem Umfang von rund 40 Millionen Euro zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten zu verwenden", hieß es der Mitteilung des Vereins. Zudem teilte der BVB mit, dass Signal Iduna sich für fünf weitere Jahre bis zum 30. Juni 2026 die Namensrechte am Dortmunder Stadion gesichert hat.

Mit dem jüngsten Deal baut der 2005 noch von der Insolvenz bedrohte BVB nicht nur weiter Schulden ab, sondern festigt seinen Status als einer der beiden Branchenführer und verkleinert die große finanzielle Kluft zum Marktprimus aus München. Dank seriöser Geschäftspolitik sowie sportlicher Erfolge mit zwei Meistertiteln (2011, 2012), einem Pokalsieg (2012) und dem Einzug in das Champions-League-Finale (2013) weckte der einstmals größte Problemfall des deutschen Fußballs in den vergangenen Jahren das Interesse von Investoren.

Diskussion um Reus-Transfer

Der neu gewonnene finanzielle Spielraum dürfte die Chance der Borussia erhöhen, von bisher potenteren Clubs umworbene Stars halten zu können. Zum Verdruss der Dortmunder war Nationalspieler Mario Götze im vorigen Sommer über eine Ausstiegsklausel für 37 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt. Den gleichen Weg ging unlängst Robert Lewandowski - ablösefrei.

"Der BVB ist noch nicht so groß, dass wir Real Madrid oder Bayern München finanziell Paroli bieten könnten", sagte Finanzchef Thomas Treß in einem Interview des "Manager Magazin". Erst in fünf bis sechs Jahren könne der BVB aufschließen. "Wir werden alles daran setzen, unsere Umsätze in den nächsten Jahren massiv zu steigern. Dieses zusätzliche Geld werden wir auch in die Mannschaft stecken", sagte Treß.

Derzeit wird darüber spekuliert, dass der BVB in Marco Reus zum Saisonende einen weiteren Leistungsträger verlieren könnte. Auch der Vertrag des Angreifers enthält eine Ausstiegsklausel, die einen vorzeitigen Vereinswechsel ermöglicht.

Investoren bewerten FC Bayern dreimal so hoch

In der vergangenen Saison hatte die Borussia einen Umsatz von 260,7 Millionen Euro gemacht und damit 44 Millionen weniger als in der Rekordsaison zuvor. Auch der Gewinn sank von 51,2 Millionen auf zwölf Millionen Euro. In den kommenden Jahren wolle man aber wieder mehr als 300 Millionen Euro Umsatz erreichen, hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei der Vorstellung der Zahlen in der vorigen Woche gesagt.

Der große Rivale FC Bayern wird von seinen Investoren dreimal so hoch bewertet wie der BVB. Der Versicherungsriese Allianz hatte Anfang des Jahres für einen Anteil von 8,3 Prozent 110 Millionen Euro gezahlt, womit das Fußball-Unternehmen mit 1,3 Milliarden Euro bewertet wird. Der Puma-Rivale Adidas und der Autobauer Audi halten ebenfalls 8,3 Prozent an der FC Bayern München AG.

Außenstehende Investoren dürfen im deutschen Fußball erst nach 20 Jahren die Mehrheit an einem Profiverein übernehmen. Die Werksteams Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg gehören seit langem Bayer und VW.Der Finanzinvestor KKR hatte im Januar mit seinem Einstieg bei Hertha BSC Berlin für Aufsehen gesorgt.

Reuters/dpa/soc/luk

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