Freitag, 20. Oktober 2017

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Sabine Eckhardt rückt in Vorstand von ProSiebenSat.1 auf Wird diese Frau die erste Chefin eines Dax-Konzerns?

Sabine Eckhardt steigt ab dem 1. Januar in den Vorstand von ProSiebenSat.1 auf
Martin Kroll/Prosiebensat.1
Sabine Eckhardt steigt ab dem 1. Januar in den Vorstand von ProSiebenSat.1 auf

Aufsteigerin in München: Sabine Eckhardt, seit vielen Jahren die Vermarktungsqueen in der Medienallee in Unterföhring, kommt ab 1. Januar in den Vorstand des ProSieben.Sat1-Medienkonzerns, um dort das Amt des Chief Commercial Officers einzunehmen. Die 44-Jährige wird künftig die gesamten digitalen Ströme des Konzerns lenken, der sich seit dem Antritt von CEO Thomas Ebeling im Jahr 2009, von einer wackeligen Pennystock-Bude zum Dax-Mitglied entwickelt hat. Der Beitrag von Sabine Eckhardt war dabei wesentlich. "Wir brauchen in der Führungsspitze unseres Unternehmens operativ starke und kreative Persönlichkeiten wie sie", lobte Ebeling zur Bekanntgabe.

TV-Werbung, digitaler Handel, Daten-Handling, zukünftig alles Eckhardts Beritt. Die Bremerin, die einst in München und Pisa Germanistik und Philosophie studiert hat, wird also diejenige sein, die die gesamte Werbevermarktung mit den digitalen Plattformen vernetzen muss. Eine Herkulesaufgabe.

Ihr Aufstieg hängt auch mit dem Abstieg eines Kollegen zusammen: Christian Wegner, den Lesern von manager magazin bekannt als "Der Gott des Gemetzels", verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis 2018.

Eckhardt wird auch als Nachfolgerin von Ebeling gehandelt

Wegners Ressort, Digital und Adjacent wird unter den beiden Vorständen Christof Wahl und Sabine Eckhardt aufgeteilt. Wobei Wahl bereits vor einem Jahr den Bereich Digital Entertainment übernahm. Eckhardt hingegen wird nun auch noch zusätzlich die Ventures verantworten.

Ihr Ressort-Zuschnitt gibt Eckhardt die Chance, sich auch für höhere Aufgaben zu qualifizieren: die Nachfolge von CEO Ebeling. Der hatte jüngst im Interview mit dem manager magazin auf die Frage, was er nach Ende seines aktuellen Vertrags 2019 vorhabe, geantwortet: "Dann soll nach Möglichkeit auch Schluss sein. Aus der professionellen Überzeugung heraus, dass jedes Unternehmen nach zehn Jahren einen anderen an der Spitze braucht. Und dass man als 60-Jähriger keinem Medienunternehmen mehr vorstehen sollte".

Neu-Vorständin Eckhardt sagte vor einiger Zeit dem manager magazin: "Hinterfragen ist mein Lieblingsthema, das hat mich nach vorn gebracht. Man merkt dann schnell, dass die anderen am Tisch auch nur mit Wasser kochen." Und sie gibt zu, untypisch Frau, "Freude an Machtthemen" zu haben.

Zur Mitte des neuen Jahres kommt auch noch der neue Finanzchef Jan Kemper. Mit dem Weggang von Christian Wegner, der in seinem Bereich kein organisches Wachstum zustande brachte, sind nun auch alte Ranküne Schnee von gestern. So zumindest die Hoffnung.

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