Dienstag, 18. Dezember 2018

Zahlreiche Flüge fallen aus Größter Pilotenstreik der Ryanair-Geschichte läuft

Archivbild: Diese Passagierin strandete während eines Ryanair-Streiks am 25. Juli in Madrid

Der größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair Börsen-Chart zeigen hat am Freitag für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Der Billigflieger strich rund 400 von etwa 2400 geplanten Flügen. Schwerpunkt des Ausstands war Deutschland mit 250 abgesagten Verbindungen und 42.000 betroffenen Passagieren. Vor allem am frühen Morgen wird laut Pilotengewerkschaft Cockpit kaum ein Ryanair-Flieger von einem deutschen Flughafen abheben. Im Laufe des Tages finden dann einige Flüge statt mit Maschinen, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten.

Im Streit um eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen bei Europas größter Billigfluglinie legten auch Piloten in Belgien, Schweden und Irland die Arbeit nieder. In den Niederlanden können nach Ryanair-Angaben alle Flüge planmäßig stattfinden, obwohl das Unternehmen vor Gericht mit dem Verbot des Streiks scheiterte.

Der Ausstand begann am Freitag um 03.01 Uhr und soll am Samstag um 02.59 Uhr enden. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

"Wenn es niemanden betrifft, geht es ja am Ziel vorbei"

Passagiere am Frankfurter Flughafen zeigten größtenteils Verständnis für den Streik der Piloten mitten in der Urlaubszeit. "Natürlich habe ich dafür Verständnis. Wenn sie irgendwann streiken, wo es niemanden betrifft, geht es ja am Ziel vorbei", sagte Alexander Kusto, der mit Ryanair eigentlich nach Malaga fliegen wollte, zu Reuters TV.

Erst nach massiven Druck hatte Ryanair im Dezember erstmals in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte Gewerkschaften anerkannt. Doch die Verhandlungen über den erstmaligen Abschluss von Tarifverträgen laufen schleppend.

Der irische Konzern bekam den Zorn seiner Mitarbeiter verschiedenen Ländern zuletzt immer mehr zu spüren: Die irischen Piloten legten am Freitag bereits zum fünften Mal die Arbeit nieder. Vor zwei Wochen musste das Unternehmen wegen eines Streiks der Flugbegleiter in Spanien, Portugal, Italien und Belgien mehrere Hundert Flüge streichen.

luk/reuters/dpa

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