Montag, 19. November 2018

Viagra-Hersteller übernimmt Botox-Konzern Allergan Pfizer legt noch ein paar Milliarden drauf

Pfizer kauft Botox-Hersteller Allergan: Das sind die größten Deals des Jahrtausends
AP

Der Viagra-Hersteller Pfizer übernimmt für 160 Milliarden Dollar den Botox-Produzenten Allergan. Der US-Pharmariese und das in Irland ansässige Unternehmen einigten sich nach eigenen Angaben vom Montag auf eine Fusion, aus der der weltgrößte Arzneimittelhersteller hervorgeht.

Der Kauf ist der bisher größte Firmenzusammenschluss des Jahres 2015 sowie der größte in der Geschichte der Pharma-Industrie. Pfizer-Chef Ian Read werde den neuen Konzern leiten, Allergan-Chef Brent Saunders werde sich auf das Tagesgeschäft und die Integration konzentrieren. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen werden. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Insider berichtet, die Übernahme sei mehr als 150 Milliarden Dollar schwer.

Aktien von Pfizer Börsen-Chart zeigen gaben vorbörslich in New York leicht nach, Allergan-Papiere zogen um mehr als 3 Prozent an. Die Titel hatten in den vergangenen Wochen bereits eine Rally hingelgt.

Pfizer verspricht sich durch den Zukauf zum einem eine breitere Produktpalette, aber vor allem auch steuerliche Vorteile. Um diese zu sichern, solle die Transaktion so gestaltet werden, dass Allergan mit dem steuerlich günstigeren Firmensitz in Irland formell den größeren Konzern aus New York kauft. Allergan war früher auch amerikanisch, hat jedoch nach der Übernahme durch den irischen Konzern Actavis seinen Sitz nach Dublin verlegt.

Pfizer hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Versuch unternommen, Steuern zu drücken. Die geplante Übernahme von AstraZeneca war jedoch am Widerstand des britischen Unternehmens gescheitert.

ts/dpa-afx/Reuters

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