Mittwoch, 25. Mai 2016

Aggressiver Hedgefonds-Lenker Der lästige Mister Singer

Milliardär Singer: Mit seiner Firma Elliott Associates gehört er zu den aggessivsten der Hedgefonds-Branche

Kabel Deutschland, Celesio und jetzt die Herren Piëch und Porsche - das sind nur einige Beispiele. Immer häufiger gerät der aggressive New Yorker Hedgefonds-Lenker Paul Singer mit der deutschen Wirtschaft aneinander. Wer ist der Mann? Was will er?

Hamburg - Da ist er wieder, Paul Singer. Verklagt die Herren Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche auf Schadenseratz, wie am Wochenende bekannt wurde. Gemeinsam mit anderen Hedgefonds fordert Singers Investmentfirma Elliott Associates 1,8 Milliarden Euro.

Hatten die Investoren bislang nur die Porsche Holding im Visier, so wollen sie jetzt auch den Unternehmerfamilien ans Geld. Hintergrund ist der gescheiterte Übernahmeversuch Volkswagens Börsen-Chart zeigen durch Porsche Börsen-Chart zeigen vor einigen Jahren, durch den sich Singer und Co. verschaukelt fühlen und offenbar viel Geld verloren haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Finanzjongleur aus New York Akteure der deutschen Wirtschaft piesackt. Singer gilt als einer der aggressivsten seiner Zunft. Und Zufall oder nicht: Zuletzt gerieten ausgerechnet hierzulande vermehrt Firmen mit ihm aneinander.

Erst kürzlich etwa mischte Singer bei der Übernahme des Pharmahändlers Celesio an den US-Konzern McKesson mit. Der Deal scheiterte im ersten Anlauf vor allem, weil sich Celesio-Aktionär Singer querstellte, um den Preis für seine Anteile in die Höhe zu treiben. Dass hinter den Kulissen wenig später doch noch eine Lösung gefunden wurde, dürfte insbesondere daran gelegen haben, dass ein Scheitern des Firmenkaufs auch für Elliott teuer geworden wäre.

Singer geht Vodafone auf die Nerven

Oder Kabel Deutschland Börsen-Chart zeigen: Nachdem Vodafone Börsen-Chart zeigen im Juni vergangenen Jahres seine Übernahmeofferte für den deutschen Netzbetreiber abgegeben hatte, begann Singers Finanzvehikel Elliott sukzessive seinen Anteil daran zu erhöhen. Zudem versuchte Elliott, den Deal über die Medien zu torpedieren. Singers erkennbares Ziel dabei erneut: Den Preis für die Kabel-Aktien in die Höhe zu treiben.

Zwar erreichte Vodafone bei Kabel Deutschland schließlich die erforderliche 75-Prozent-Mehrheit, ohne die Offerte aufstocken zu müssen. Bei dem Versuch, die restlichen Aktionäre mittels eines Squeeze-outs loszuwerden, geht Singer den Briten jedoch bis heute auf die Nerven.

Demag Cranes, DIS AG, Medion - die Liste deutscher Firmen, deren Übernahme der Amerikaner aufmischte, ist lang. Dabei ist Singer eigentlich auf etwas ganz Anderes spezialisiert: nämlich das Geschäft mit notleidenden Anleihen, sei es von Unternehmen oder gleich von ganzen Staaten.

"Unser Ziel ist es, Insolvenzverfahren zu finden, bei denen wir den Prozess beeinflussen und dadurch Wert schöpfen können", zitierte die "Zeit" einmal aus einem der raren Interviews Singers. Namen wie Chrysler oder Lehman Brothers stehen demnach bereits auf der Liste seiner Opfer. Andere Medien nennen zudem die Fluggesellschaft TWA, den Telekom-Konzern MCI WorldCom sowie den einstigen Energieriesen Enron.

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