Sonntag, 22. Juli 2018

Pleite-Airline Österreicher Gericht bringt Niki-Verkauf erneut ins Wanken

Niki-Flieger in Düsseldorf: Bei der Air-Berlin-Tochter bangen 1000 Mitarbeiter um ihre Jobs.
VOGEL/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock
Niki-Flieger in Düsseldorf: Bei der Air-Berlin-Tochter bangen 1000 Mitarbeiter um ihre Jobs.

Neuer Rückschlag für die Air Berlin-Tochter Niki und ihre Mitarbeiter: Nachdem vor wenigen Tagen bereits ein Berliner Gericht das Insolvenzverfahren für Niki in Deutschland in Frage gestellt hatte, hat nun ein Gericht in Österreich ein solches Verfahren in der Alpenrepublik eröffnet. Damit gerät der geplante Verkauf der Fluggesellschaft Niki an die britische IAG erneut in Gefahr.

Das Landgericht Korneuburg in Österreich habe den Antrag von Niki auf ein Sekundärinsolvenzverfahren abgelehnt, teilte die Justizbehörde am Freitag mit. Stattdessen wurde ein zweites Hauptverfahren eröffnet, welches vom Fluggastportal Fairplane in Österreich beantragt worden war.

Damit haben nach Angaben des Landgerichts Korneuburg neben dem britischen-spanischen Luftfahrtkonzern IAG auch die bisherigen Bieter Tuifly, der Reisekonzern Thomas Cook (Condor) und der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda eine neue Chance für ein Angebot. "Die Frist dafür läuft bis zum 19. Januar", sagte ein Sprecher des Landgerichts weiter.

"Diese Eröffnung widerspricht der Europäischen Insolvenzordnung", kritisierte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther. Niki werde nun die zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte prüfen. "Im Vordergrund steht allerdings, dass der bereits geschlossene Kaufvertrag für den Niki-Geschäftsbetrieb Rechtskraft erlangt und möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden."

Verkauft werden soll Niki nach dem Willen des Insolvenzverwalters an Vueling, eine Billigfluglinie des spanisch-britischen Luftfahrtkonzerns IAG. Vueling hatte 20 Millionen Euro für Niki geboten und zusätzlich einen Kredit von 16,5 Millionen Euro für den Erhalt der Betriebsfähigkeit von Niki gegeben. Bei Niki waren zuletzt rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. 750 von ihnen sollten übernommen werden.

Die neu bestellte österreichische Masseverwalterin Ulla Reisch erwartet indes nach eigenem Bekunden, dass eine Lösung für die Zukunft von Niki in zwei bis drei Wochen gefunden wird. Sie werde noch im Laufe des Tages mit Flöther Kontakt aufnehmen, sagte Reisch der Nachrichtenagentur Reuters. Ihre Entscheidung werde auf Flöthers Arbeit aufbauen. Der Luftfahrtkonzern IAG hat mit Flöther bereits den Kauf von Niki vereinbart. "Es ist so, dass wir alle Verwertungsmöglichkeiten prüfen werden", sagte Reisch. Eine IAG-Sprecherin erklärte, man werde die Lage nach dem Gerichtsentscheid in Österreich weiter beobachten.

cr/dpa-afx/rtr

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