Dienstag, 17. Juli 2018

Aktivisten-Investor Daniel Loeb attackiert Mark Schneider Diese Rosskur verordnet ein US-Investor dem deutschen Nestlé-Chef

Third-Point-Gründer Daniel Loeb: Der Aktivisteninvestor geht Nestlé hart an

Der aktivistische Großaktionär Third Point verpasst dem Nestlé -Management eine schallende Ohrfeige und erhöht den Druck auf den Schweizer Lebensmittelkonzern, seine Profitablitität zu erhöhen. Der aktuelle "konfuse strategische Kurs" sei nicht geeignet, den Konzern erfolgreich in die Zukunft zu führen, kanzelt Hegdefonds-Milliardär Daniel Loeb in einem am Montag im Internet veröffentlichten Brief das Management ab.

Die Reihe der Vorwürfe ist lang: Der Konzern verschlafe reihenweise Trends, schaffe es nicht, seine Forschung und Entwicklung ausreichend zu Geld zu machen. Der Aktienkurs bliebe hinter den Erwartungen zurück. Und in Schlüsselbereichen verliere der Konzern Marktanteile. Zudem bewege sich das Unternehmen zu langsam bei der Abtrennung nicht strategischer und wenig rentabler Firmenteile. Kurz: Man mache sich Sorgen, dass Nestlé sich der schnell erfolgenden Umwälzungen im Konsumentenverhalten nicht "voll bewusst" sei.

Tatsächlich hat Nestlé, das seit 2017 vom ehemaligen Fresenius-Chef Mark Schneider gelenkt wird, mit schwächelndem Wachstum und der wachsenden Konkurrenz kleinerer Start-ups zu kämpfen, die dem Giganten in den vergangenen Jahren Marktanteile abgejagt haben. Alleine im vergangenen Jahr hat der Aktienkurs um 9 Prozent nachgegeben.

Der umstrittene Aktivist Loeb, der bekannt dafür ist, Unternehmen seinen Willen aufzudrücken und damit beträchtliche Rendite zu machen, war im vergangenen Jahr mit einer Beteiligung in Höhe von drei Milliarden Dollar oder 1,3 Prozent beim größten Lebensmittelkonzern der Welt eingestiegen. Und hatte als achtgrößter Investor bereits einen Forderungskatalog vorgelegt, was Nestlé seiner Ansicht nach zu tun habe.

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