Freitag, 28. Juli 2017

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Einstieg von Third Point bei Nestlé Die Heuschrecken kommen - warum Loeb und Co Europa mögen

Auf Beutezug außerhalb der USA: Daniel Loeb und andere aktivistische Investoren erweitern ihren Horizont

Die Nachricht dürfte nicht nur das Nestlé-Management in der Schweiz überrascht haben: Der Hedgefonds Third Point des US-Milliardärs Daniel Loeb hat 1,3 Prozent der Aktien des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns übernommen.

Loeb ist ein Aktionär, über den sich kaum ein Konzernlenker freuen dürfte: Er gehört zur Spezies der aktivistischen Investoren, die die Vorstände ihrer Zielfirmen kräftig unter Druck setzen, damit diese für höhere Aktienkurse sorgen. Gleich nach seinem Einstieg bei Nestlé Börsen-Chart zeigen machte er dort seine Forderungen publik, wie beispielsweise einen Aktienrückkauf und den Verkauf der 23-prozentigen Beteiligung, die die Schweizer am französischen Kosmetikanbieter L'Oréal halten.

Der Sprung des Third-Point-Chefs über den großen Teich mag so manchen kalt erwischt haben - er passt jedoch durchaus ins Gesamtbild. Denn Loeb ist keineswegs der erste Aktivist von der Wall Street, der auch in Europa auf Beutezug geht. Schon vor fünf Jahren nahm beispielsweise Nelson Peltz vom Hedgefonds Trian Partners den Joghurt-Giganten Danone Börsen-Chart zeigen ins Visier. Kollege Paul Singer setzte zudem zuletzt mit seiner Firma Elliott Management sowohl den niederländischen Farbenhersteller Akzo Nobel Börsen-Chart zeigen als auch den britisch-australischen Minenkonzern BHP Billiton unter Druck. Auch bei der Übernahme von Kabel Deutschland Börsen-Chart zeigen durch Vodafone Börsen-Chart zeigen mischte Singer kräftig mit.

Das Interesse der Finanzprofis aus den USA an europäischen Firmen kommt nicht von ungefähr: Die Konkurrenz unter aktivistischen Investoren an der Wall Street nimmt zu - und das Portfolio an potenziellen Investmentzielen in den Vereinigten Staaten ist naturgemäß begrenzt.

Rege Zuflüsse von wohlhabenden Privatleuten, Pensionsfonds oder riesigen Staatsfonds haben die Kriegskassen von Loeb, Singer und Co. auf zusammen rund 121 Milliarden Dollar anwachsen lassen, schreibt die "New York Times". Geld, für das die Hedgefonds-Lenker immer öfter auch außerhalb der USA nach geeigneten Investments suchen müssen.

So nahm Loeb in der Vergangenheit bereits den weltweit tätigen Elektronik- und Entertainment-Konzern Sony aufs Korn. Singer seinerseits schickte kürzlich einen Forderungskatalog an die Führungsriege von Samsung. Der Streit des New Yorkers mit der Regierung Argentiniens um milliardenschwere Staatsanleihen ist zudem bereits legendär.

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