Dienstag, 27. September 2016

NCI, Selfmade, dima24 Erste Firmenpleite im Millionen-Anlagedebakel

Ölförderung in Nordamerika: NCI-Anleger werden ihr Geld wohl kaum wiedersehen
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Ölförderung in Nordamerika: NCI-Anleger werden ihr Geld wohl kaum wiedersehen

Neues vom Anlagedebakel um den Finanzjongleur Malte Andre Hartwieg und die von ihm gegründete Unternehmensgruppe um den Fondsvertrieb dima24: Das Amtsgericht München hat für die Gesellschaft NCI New Capital Invest Oil & Gas USA 19 GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet. Als Grund gibt das Gericht Zahlungsunfähigkeit an, wie aus den offiziellen Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Matthias Hofmann von der Kanzlei Pohlmann Hofmann in München.

Damit befindet sich erstmals eine der zahlreichen Firmen aus dem Unternehmenskonglomerat Hartwiegs im Insolvenzverfahren. Dutzende weitere von dem gelernten Maurer in die Welt gesetzte Gesellschaften stecken seit Monaten in der vorläufigen Insolvenz und warten darauf, dass es weitergeht. Auch bei ihnen dürfte das Insolvenzverfahren der nächste Schritt sein. Zuletzt wurde kürzlich die Schieflage der Euro Grundinvest in München bekannt, die ebenfalls von Hartwieg gegründet wurde.

Bei den zahlreichen schwer angeschlagenen Firmen, die meist unter den Namen NCI, Selfmade oder dima24 initiiert wurden, handelt es sich zum Großteil um Fondsgesellschaften, in die Privatanleger viel Geld investiert haben. Insgesamt stecken in allen diesen geschlossenen Fonds zusammen bis zu 200 Millionen Euro von Tausenden Anlegern. Das Geld war zum Großteil je nach Fonds ursprünglich für Investitionen in die Öl- und Gasförderung in Nordamerika oder in Infrastrukturanlagen im Nahen Osten gedacht.

Was tatsächlich aus den Anlegermillionen wurde, ist jedoch unklar. Die Frage beschäftigt unter anderem die Staatsanwaltschaft München, die gegen Fondsinitiator Hartwieg ermittelt. Zudem gehen der Münchener Anwalt Rolf G. Pohlmann, der in der Causa als vorläufiger Insolvenzverwalter fungiert, sowie dessen Kompagnon Hofmann, der nun zum endgültigen Insolvenzverwalter der fraglichen Gesellschaft bestellt wurde, der Sache nach.

Finanzunternehmer in Bedrängnis: Fonds von Malte Andre Hartwieg floppten
[M] mm.de; Dima24
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Große Hoffnungen sollten sich die Investoren jedenfalls kaum machen. Deren Geld sei "zum größten Teil erst mal weg", sagte Pohlmann schon vor einigen Wochen zu manager-magazin.de. Allerdings sah der vorläufige Insolvenzverwalter "zivilrechtliche Pflichtverletzungen" beim Management der Fonds, was bedeuten könnte, dass den Verantwortlichen Schadensersatzansprüche ins Haus stehen.

Auch Insolvenzverwalter Hofmann spricht im Zusammenhang mit der von ihm nun übernommenen NCI New Capital Invest Oil & Gas USA 19 GmbH von "konkreten Anhaltspunkten für pflichtwidrige Handlungen". "Insbesondere die Investitionen im Ausland und deren ungeklärter Verbleib geben Anlass, entsprechende Ansprüche zu prüfen", so Hofmann gegenüber manager-magazin.de.

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