Freitag, 16. November 2018

Gold, Iridium und Helium-3 Nasa plant Rohstoffabbau auf dem Mond

Astronaut Edwin "Buzz" Aldrin am 21. Juli 1969 auf dem Mond: Wird hier bald Helium-3 gefördert?

Die Nasa rüstet sich für den Wettlauf um die Rohstoffe des Mondes. Da kein Staat Besitzansprüche auf den Erdtrabanten erheben darf, arbeitet die US-Weltraumbehörde künftig mit Privatunternehmen zusammen. Eine Lücke im Weltraumvertrag von 1967 macht dies möglich.

Washington, D.C. - Rohstoffsuche in der Tiefsee oder der Arktis galt lange als das technische Non plus ultra, wenn es um das Bohren oder Schürfen nach Rohstoffen ging. Die Nasa setzt jetzt jedoch noch einen drauf. Seit heute können sich bei der amerikanischen Weltraumbehörde private Unternehmen bewerben, die auf dem Erdtrabanten Rohstoffe fördern wollen, wie der US-Blog The Verge berichtet.

Das Förderprogramm, das dieser Science-Fiction zugrunde liegt, heißt "Catalyst", ein Akronym der Nasa für "Lunar Cargo Transportation and Landing by Soft Touchdown", was soviel wie Warentransporte zum Mond mit weicher Landung bedeutet. Das Unternehmen, das sich in der am 17. März endenden Ausschreibung durchsetzt, soll Roboterfahrzeuge konstruieren, die sich für den Abbau der lunarischen Bodenschätze eignen.

Zu diesen Bodenschätzen gehören seltene Metalle wie Gold, Platin, Iridium und Rhenium. Wichtigster Rohstoff des Mondes ist indes das Gas Helium-3. Es enthält im Kern zwei Protonen, aber nur ein Neutron. Das macht es zu einem idealen Brennstoff für Kernreaktoren, da die Energiegewinnung ohne den Umweg über verdampftes Wasser erfolgen könnte. Darüber hinaus fiele im Kernspaltungsprozess so gut wie keine Radioaktivität an und auch Strahlenschäden im Reaktor wären passé. Fusionsforscher sehen in dem Isotop daher eine Energiequelle der Zukunft.

Billionen-Dollar-Schatz - astronomische Geschäfte

Auf der Erde kommt Helium-3 wegen ihres schützenden Magnetfelds nur in Spuren vor. Auf dem ungeschützten Mond haben Sonnenwinde die geladenen Teilchen hingegen reichlich geweht. Der US-Physiker Gerald Kulcinski, der das Fusion Technology Institute (FTI) der University of Wisconsin in Madison leitet, geht von einer Million Tonnen Helium-3 auf der Mondoberfläche aus. Zum Vergleich: Rund vierzig Tonnen würden ausreichen, um den Energiebedarf der USA ein Jahr lang zu decken. Ein Billionen-Dollar-Schatz, der vielen privaten Unternehmen bereits den Traum von astronomischen Geschäften beschert hat.

Dass es angesichts der politisch fragwürdigen Vereinnahmung eigentlich neutraler Gebiete überhaupt zu einem Vorstoß der Nasa im Wettlauf um die Weltraumbodenschätze kommt, liegt an einer Gesetzeslücke. So verbietet es der 1967, zwei Jahre vor der ersten Mondlandung, verabschiedete "UN-Weltraumvertrag" (Outer Space Treaty of the United Nations) Staaten, einen Eigentumsanspruch auf Asteroiden, Monde oder Planeten zu erheben. Der Haken: Das von mittlerweile 192 Staaten ratifizierte Abkommen gilt explizit nur für Staaten. Weshalb manche - unter anderem die Nasa - zu der Interpretation neigen, dass Firmen oder Privatpersonen von dem Vertragswerk ausgenommen sind.

Der Versuch der Vereinten Nationen, diese universale Gesetzeslücke zu schließen, ist bislang misslungen. Der 1979 verabschiedete "Mondvertrag" (Agreement Governing the Activities of States on the Moon and Other Celestial Bodies), der auch Privatleute und Firmen einschließt, wurde bislang weder von den USA, Russland noch China ratifiziert.

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