Dienstag, 23. August 2016

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Norbert Steiner unter Druck K+S vor Chefwechsel - Aktie springt

Norbert Steiner: Der K+S-Chef geht spätestens im Mai 2017. Gerüchte, dass er bereits in diesem Jahr abgelöst wird, ließen am Mittwoch die K+S Aktie deutlich steigen

Der Salz- und Düngemittelkonzern K+S steht womöglich vor einem raschen Chefwechsel. Der mögliche Abschied von Norbert Steiner lässt den Kurs des Dax-Absteigers deutlich steigen.

"Der Aufsichtsrat beschäftigt sich seit geraumer Zeit intensiv mit der Regelung der Nachfolge für den mit Ende der Hauptversammlung 2017 ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner", sagte Aufsichtsratschef Ralf Bethke am Mittwoch auf Anfrage.

Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" berichtet, dass der bisherige Finanzchef Burkhard Lohr (53) nach dem Willen einflussreicher Aufsichtsräte die Nachfolge von Norbert Steiner (61) als Konzernchef antreten soll. Noch vor der Hauptversammlung am 11. Mai solle Lohr zum neuen Konzernchef bestellt werden, hieß es laut dem Blatt aus Unternehmenskreisen.

Steiner selbst hatte bei der Bilanzvorlage vor knapp drei Wochen überraschend angekündigt, dass er 2017 wohl in den Ruhestand wechseln werde. Sein Vertrag läuft offiziell im Mai 2017 aus. Der Aufsichtsrat sei mit seiner Arbeit "sehr zufrieden", erklärte Bethke. Die Entscheidung über Steiners Nachfolge werde der Aufsichtsrat "zu gegebener Zeit" mitteilen.

Abstieg aus dem Dax, Aktienkurs halbiert, Top-Manager vor Gericht

Zuletzt war der Konzern von mehreren Seiten unter Druck geraten: Im Herbst hatte der kanadische Konkurrent Potash seine milliardenschwere Übernahmeofferte wegen des Widerstands bei K+S und des Rückgangs wichtiger Rohstoffpreise zurückgezogen. Der Aktienkurs hatte sich von den Hochs im Vorjahr zwischenzeitlich halbiert. K+S stieg zudem vom Dax Börsen-Chart zeigen in den MDax Börsen-Chart zeigen ab.

Die K+S Führung hatte im Herbst 2015 das Übernahmeangebot des kanadischen Rivalen Potash in Höhe von 41 Euro je Aktie abgelehnt. Inzwischen hat sich der Aktienkurs von K+S fast halbiert und das Unternehmen hat weitere Baustellen. Unter anderem werden Konzernchef Steiner und Chefaufseher Ralf Bethke Gewässerverunreinigung und unerlaubter Umgang mit Abfällen vorgeworfen. Sie müssen sich möglicherweise beide vor Gericht verantworten.

Zudem dürften die operativen Ergebnisse im laufenden Jahr "deutlich" unter dem Vorjahreswert liegen, teilte K+S vor etwa 4 Wochen mit. K+S-Chef Steiner sprach von einem "vorsichtigen" Ausblick für das laufende Jahr.

Die Zurückhaltung Steiners ist bemerkenswert. Als Potash im vergangenen Herbst K+S übernehmen und 41 Euro pro K+S Aktie zahlen wollte, hatte Steiner dieses Übernahmeangebot als "nicht ausreichend" zurückgewiesen. Das Angebot von Potash werde dem "wahren Wert" von K+S nicht gerecht. Inzwischen notiert die Aktie bei rund 21 Euro.

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