Donnerstag, 24. August 2017

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United Internet schluckt Drillisch Dommermuth will vierte Mobilfunk-Macht schmieden

Ralph Dommermuth: Der Chef von United Internet will den Wettbewerber Drillisch großteils übernehmen und damit einen weiteren Player neben Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland schmieden
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Ralph Dommermuth: Der Chef von United Internet will den Wettbewerber Drillisch großteils übernehmen und damit einen weiteren Player neben Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland schmieden

Der Internet- und Telekomkonzern United Internet will weitere 50 Prozent der Anteile am Mobilfunker Drillisch übernehmen. Zusammen kämen sie auf gut 12 Millionen private Telefon- und Mobilfunkkunden. Die Börse feiert die ganze Branche.

United Internet will den kleineren Mobilfunkanbieter Drillisch zu einem Großteil übernehmen und damit den drei großen deutschen Telefongesellschaften Paroli bieten. Der Internet-Konzern bringt dazu die Mobilfunk- und Festznetz-Tochter 1&1 Telecommunication für 5,85 Milliarden Euro bei Drillisch ein und übernimmt im Gegenzug in zwei Schritten die Mehrheit an dem Unternehmen bei Frankfurt.

Daraus solle neben der Telekom, Vodafone und Telefonica "eine starke vierte Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt" entstehen, teilten United Internet und Drillisch am Freitag mit. Zu Drillisch gehören Marken wie smartmobil.de, yourfone und simply.

An der Börse und unter Analysten kam der angekündigte Deal überwiegend positiv an. Aktien des Tec-Dax-Schwergewichts United Internet schnellten am Vormittag in der Spitze 11,8 Prozent auf 47,78 Euro in die Höhe. Die Papiere von Drillisch rückten um knapp 9 Prozent auf 52,74 Euro vor.

United Internet Börsen-Chart zeigen ist an der Börse derzeit inklusive des Kurssprungs vom Freitag knapp 9,6 Milliarden Euro wert - und damit deutlich mehr als zum Beispiel der Dax-Konzern Deutsche Lufthansa. Dommermuth selbst gehören 40 Prozent der Anteile.

"Der Deal macht absolut Sinn", urteilte ein Händler. "Damit entsteht ein neuer großer Spieler am Markt."

Der Zusammenschluss habe einen langfristig positiven Effekt für die ganze Branche, erklärten die Analysten von Bernstein. Er sei der logische nächste Schritt für die Konsolidierung der überlaufenen deutschen Mobilfunkbranche. Auch die Experten der britischen Bank Barclays werten die angestrebte Fusion als positiven Schritt für den deutschen Telekommarkt, weil dadurch der scharfe Wettbewerb im unteren Preissegment gemildert werden dürfte.

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