Donnerstag, 26. April 2018

Deutschlands wichtigste Marken Wie Miele den US-Tech-Titanen trotzt

Miele vor Adidas und Bosch: Das sind die wichtigsten Marken in Deutschland
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DPA

Feiertag in Gütersloh: Miele ist die relevanteste deutsche Marke in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatten die Ostwestfalen die Top Ten des "Brand Relevance Index" des Beratungsunternehmens Prophet noch knapp verfehlt - mit Rang 8 lässt der Hersteller hochpreisiger Haushaltsgeräte nun auch Konkurrent Bosch hinter sich.

Wie schon bei der ersten Auflage des Rankings wird die Top Ten von amerikanischen Größen der Weltwirtschaft beherrscht: Amazon Börsen-Chart zeigen tauscht den Spitzenplatz mit Apple Börsen-Chart zeigen und fällt auf Rang 2 zurück, Google Börsen-Chart zeigen komplettiert das Triumvirat aus dem Silicon Valley. Android, PayPal und WhatsApp schaffen es ebenfalls unter die Top Ten. "Im täglichen Leben der Deutschen haben digitale Marken eine unglaubliche Bedeutung", sagt Prophet-Partner Tobias Bärschneider. "Das diesjährige Ranking bestätigt damit den großen Trend der ersten Auflage."

Die Berater haben 10.000 Deutsche für den Index interviewt. Fünf Kategorien mit insgesamt 16 Attributen bestimmen, wie gut einzelne Marken abschneiden. Apple setzt dabei etwa mit gut 65 Prozent Zustimmung den Standard in der Kategorie "Verschiebt den Status Quo". Miele erreicht die höchsten Zustimmungswerte mit gut 56 Prozent bei "Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann".

Die Marke steht damit stellvertretend für das Image vieler Produkte aus Deutschland: Deutsche Marken seien vor allem in der Kategorie "Pragmatismus" stark, so Bärschneider. Prophet bündelt hier Aussagen wie "Ist verfügbar, wo und wann ich es brauche" oder "macht mein Leben einfacher". Bei Qualität und Verlässlichkeit punkteten Bosch und Miele gleichermaßen. Die Ostwestfalen punkteten im Vergleich mit anderen Unternehmen ihrer Branche relativ gut bei der Innovativität. Auch seien Miele-Produkte zuletzt etwas günstiger geworden, die Marke sei damit für breitere Bevölkerungsschichten potenziell relevant.

Prophet-Partner Tobias Bärschneider

Auf Boschs Position im Ranking wirke sich derweil ein Umstand negativ aus, der im vergangenen Jahr noch positiv gewirkt hatte: die Breite des Angebots des Konzerns. 2016 hatte Bosch laut Prophet auch deshalb Miele hinter sich gelassen, weil die Stuttgarter auch Werkzeuge für Haus und Garten im Angebot haben - diese seien wesentlich emotionaler besetzt als Waschmaschinen oder Staubsauger. "Interessant ist, wie die Rolle von Bosch als Softwarelieferant im VW-Abgasskandal betrachtet werden wird", hatten die Berater schon damals formuliert. Bärschneider vermutet nun, dass der Skandal tatsächlich - zumindest im kleinen Maßstab - auf das Image der gesamten Marke drückt.

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