Dienstag, 20. November 2018

Nach Rücktritt aus Nationalmannschaft Adidas bleibt Mesut Özil treu

Mesut Özil ist bei Adidas unter Vertrag: Das soll auch so bleiben und Özil weiter Werbeträger für den Drei-Streifen-Konzern sein
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Mesut Özil ist bei Adidas unter Vertrag: Das soll auch so bleiben und Özil weiter Werbeträger für den Drei-Streifen-Konzern sein

Mercedes soll nach Erscheinen der Erdogan-Fotos Mesut Özil aus einer Kampagne gestrichen und alle Werbeaktionen abgesagt haben, wirft der Fußballstar Daimler vor. Der Autobauer will den Vorwurf prüfen. Sponsor Adidas bekennt sich offen zu dem Deutschen, dessen Begründung für seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft zu einem Politikum geworden ist.

Adidas hält auch nach dem Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an einem seiner Aushängeschilder fest. "Wir bedauern, dass Mesut Özil nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft spielen wird", sagte ein Sprecher am Montag in Herzogenaurach. "Als Markenbotschafter bleibt er selbstverständlich ein Mitglied der adidas Familie."

Özil trägt seit 2013 Adidas-Fußballschuhe, Grundlage ist ein millionenschwerer, noch bis 2020 laufender Vertrag.

In der Stellungnahme zu seinem Rücktritt hatte der 29-Jährige den Nationalmannschaftssponsor Daimler scharf kritisiert, Adidas aber in Schutz genommen. Der Schuhsponsor habe sich nach der Kritik an Özils Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan "extrem loyal verhalten", schrieb er.

Adidas hatte Özil, der zuvor Fußball-Schuhe des Erzrivalen Nike getragen hatte, vor fünf Jahren als Schuhausrüster unter Vertrag genommen. Profifußballer können meist selbst bestimmen, in welchen Schuhen sie spielen, bei Trikots sind sie an ihre Mannschaft gebunden. Özils Verein Arsenal London spielt in Puma-Hemden und -Hosen, die deutsche Nationalmannschaft trägt Adidas.

Der DFB-Sponsor Mercedes-Benz wiederum will die Vorwürfe des zurückgetretenen Fußball-Nationalspielers in Ruhe analysieren. "Mercedes-Benz ist seit über 40 Jahren Partner des DFB und der Nationalmannschaft, in guten wie in schlechten Zeiten", schreibt Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe bei Twitter. "Wir werden uns die Vorwürfe von Mesut Özil gegenüber den Medien, dem DFB und den Sponsoren in Ruhe ansehen, bewerten und anschließend entscheiden." Darüber hinaus wollte sich der Konzern am Montag nicht äußern.

Özil hatte am Sonntag die Konsequenzen aus der Affäre um die umstrittenen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der WM gezogen. Dabei kritisierte er den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien und Sponsoren für ihren Umgang mit ihm scharf.

Der Rücktritt löste europaweit Reaktionen nicht nur in der Politik aus.Man habe ihn nach Erscheinen der Erdogan-Fotos aus einer Kampagne gestrichen und alle Werbeaktionen abgesagt, schrieb Özil mit Verweis auf Mercedes, aber ohne explizite Nennung des Namens. Mercedes-Benz ist seit vielen Jahren Generalsponsor des DFB und der Nationalmannschaft, wird darin 2019 aber von Volkswagen abgelöst.

Rei/dpa/Reuters

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